Ab heute können sich Hund und Herrchen gemeinsam bestatten lassen

Ab heute können sich Hund und Herrchen gemeinsam bestatten lassen

Verstorbene Hunde- oder Katzenbesitzer können sich auf einem Friedhof bei Boppard (Rhein-Hunsrück-Kreis) gemeinsam mit ihrem Haustier bestatten lassen. Die Initiatoren kündigen an, auch anderswo solche Friedhöfe einrichten zu wollen. Nicht alle sind von der Geschäftsidee begeistert.

Eine glücklich dreinschauende ältere Dame drückt liebevoll ihren schwarz-weißen Kater an sich. "Wir bleiben zusammen auch nach dem Tod", ist daneben zu lesen. Mit diesem Foto wirbt die Deutsche Friedhofsgesellschaft für ihre jüngste Geschäftsidee: einen gemeinsamen Friedhof für Mensch und Tier.

Der bundesweit erste Urnenfriedhof dieser Art wird heute im zwischen Koblenz und Boppard gelegenen Braubach eröffnet, der nächste folgt morgen in Essen. "Wir sind überrascht vom großen Zuspruch und wollen weiter expandieren", sagte Sprecher Wilhelm Brandt unserer Zeitung. Die Deutsche Friedhofsgesellschaft ist eine private Firma, die bundesweit 15 Friedhöfe und ein Krematorium betreibt.

Für das jüngste Projekt wurde auf den Rheinhöhen ein neuer Friedhof angelegt. Dort können die Urnen von Mensch und Tier in einem Grab beigesetzt werden. Überführung und Einäscherung würden allerdings streng voneinander getrennt, sagt Sprecher Brandt. Er sagt: Rechtlich sei alles in Ordnung.

Der rheinland-pfälzische Gemeinde- und Städtebund sieht das anders. "Deshalb warten wir mit einer abschließenden Beurteilung auch noch ab", sagt Sprecher Stefan Schaefer. Das sei Sache der Kommunen, heißt es im Mainzer Sozialministerium.

Der Tierschutzbund lobt die Idee: "Wir begrüßen diese neue Form der Bestattung", sagt Landeschef Andreas Lindig. Er könne sich dies auch als Modell für die Region Trier vorstellen. Beim Bistum Trier hält sich die Begeisterung in Grenzen. Generell sei eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier "kein christliches Modell", sagt Sprecherin Judith Rupp. Ähnlich sieht dies der evangelische Superintendent Jörg Weber.

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft macht dennoch weiter. Man sei bereits mit weiteren Kommunen im Gespräch, sagt Firmensprecher Brandt.Mehr zum Thema

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