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| 16:36 Uhr

Elektromobilität: Kein Strom für die Eifelstrecke

Ein von einem Dieseltriebwagen geführter Regionalzug ist auf der Eifelstrecke unterwegs in Richtung Trier.
Ein von einem Dieseltriebwagen geführter Regionalzug ist auf der Eifelstrecke unterwegs in Richtung Trier. FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Nur wenige der Bahnstrecken in Rheinland-Pfalz sind elektrifiziert. Die eingesetzten Dieselzüge gelten als nicht gerade umweltfreundlich. Bernd Wientjes

Bei E-Mobilität denken die meisten derzeit an Elektro-Autos. Doch auch auf der Schiene sind längst nicht nur umweltfreundliche E-Loks unterwegs. Denn gerade mal 60 Prozent des deutschen Schienennetzes sind elektrifiziert. Das hat eine Auflistung des Interessenverbands Allianz Pro Schiene ergeben. Die meisten elektrifizierten Strecken gibt es in Bremen mit einem Anteil von 96 Prozent, die wenigsten in Schleswig-Holstein (29 Prozent). Rheinland-Pfalz liegt mit 42 Prozent auf dem viertletzten Platz aller Bundesländer. Eine Strecke, auf der ausschließlich Dieselzüge fahren können, ist die Eifelstrecke zwischen Trier und Köln. Die dort eingesetzten Züge des Typs Coradia Lint gelten umwelttechnisch eher als Dreckschleuder. Die Dieseltriebwagen verfügen nicht über einen Rußpartikelfilter.

Vergleichbare Dieselautos werden in der schlechtesten Schadstoffklasse 1 eingestuft, erhalten also keine Umweltplakette und dürfen nicht in Städte mit Umweltzonen fahren. Eine solche Umweltzone gibt es unter anderem in Köln. Was für Ruß ausstoßende Autos gilt, gilt aber nicht für die Dieselzüge. Sie fahren mitten durch die Domstadt bis zur Endstation in Deutz. Und auch durch Trier, wo es keine Umweltzone gibt, fahren die Züge.

Das Umweltbundesamt hat bereits 2014 gefordert, die Umweltzonen auf Baumaschinen, Binnenschiffe und eben Dieselloks auszuweiten. Mitte des Jahres sprach sich die Behörde dafür aus, in die Dieselzüge Rußpartikelfilter einzubauen.

Eine Alternative ist es, die Stinker von der Schiene zu verbannen. Dafür müssten die nicht unter Strom stehenden Strecken aber umgebaut, also elektrifiziert werden. In Nordrhein-Westfalen will man sich langsam auf den Weg dorthin machen. Unter anderem soll die Strecke Köln-Gerolstein bis zum nordrhein-westfälischen Kall ans Stromnetz angeschlossen werden. Zeitliche Zielmarke ist das Jahr "2030 +".

Ohne eine durchgängige Elektrifizierung der gesamten Eifelstrecke bis Trier würde das aber bedeuten, dass die dann mit Strom fahrenden neuen Züge in Kall enden und die Fahrgäste Richtung Trier in Dieselzüge umsteigen müssten.
Die Elektrifizierung der Eifelstrecke sei mit hohen Kosten verbunden, heißt es aus dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium. Ohne Finanzierung des Bundes sei ein solches Projekt nicht finanzierbar. Das Land habe den Ausbau und die Elektrifizierung der Eifelstrecke für den jetzigen Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Dabei ging es auch darum, Güterzüge durch die Eifel fahren zu lassen. Doch der Nutzen-Kosten-Faktor des Projektes sei aus Sicht des Bundes schlecht gewesen und die Investitionen als unwirtschaftlich angesehen worden, so dass es erst gar nicht in den Verkehrswegeplan aufgenommen worden sei, teilt eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums mit.

Wie teuer die Elektrifizierung einer Bahnstrecke ist, zeigt eine Machbarkeitsstudie für die 34 Kilometer lange Voreifelbahn von Bonn nach Euskirchen. Rund 46 Millionen Euro würde das kosten. Die gesamte Strecke von Trier nach Köln ist 163 Kilometer lang. Bereits Mitte der 1980-er Jahre gab es Berechnungen, wonach deren Elektrifizierung 200 Millionen Euro kosten könnte. Entsprechende Pläne gab es übrigens bereits schon vor dem Ersten Weltkrieg. Erst in den 1970-er Jahren wurde die Elektrifizierung der Eifelstrecke zugunsten der Moselstrecke endgültig aufgegeben.

Das Land wolle ab 2030 auch auf der Schiene umweltfreundliche Technologien und elektrische Fahrzeuge einsetzen, sagt die Ministeriumssprecherin. Neben der Elektrifizierung weiterer Strecken kämen dafür etwa Hybrid-Züge (also ein kombinierter Diesel- und Elektroantrieb) oder mit Batterie betriebene Loks in Betracht.
Von Trier bis nach Lüdenscheid?

Es gibt offensichtlich Pläne, die Züge von Trier nach Köln bis nach Lüdenscheid im Sauerland fahren zu lassen. Der Verkehrsverbund Nahverkehr Rheinland plant bis spätestens 2030 eine stündliche Verbindung des Regionalexpresses von Trier in die 73.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen. Aus dem Mainzer Verkehrsministerium heißt es, man prüfe, eine Anbindung der Eifelstrecke unter anderem an die Wirtschaftsräume Köln/Bonn und Rhein-Ruhr.