Hahn-Geschäftsführer: In fünf Jahren macht der Flughafen Gewinn

Hahn-Geschäftsführer: In fünf Jahren macht der Flughafen Gewinn

Der Flughafen Hahn hat im vergangenen Jahr über eine Million Euro mehr Minus gemacht als 2010. Trotzdem rechnet Hahn-Geschäftsführer Wolfgang Pollety damit, dass der Flughafen in fünf Jahren wieder Gewinn machen kann.

Lautzenhausen. Es gehe aufwärts mit dem Flughafen Hahn, davon ist Geschäftsführer Wolfgang Pollety (43) überzeugt. In diesem Jahr rechnet er mit einem Passagierzuwachs, nachdem 2011 die Zahl der Reisenden vom und zum Hahn um 17 Prozent auf rund 2,9 Millionen zurückgegangen ist. Als Grund für den Rückgang nennt er die Einführung der Ticketsteuer und der damit zusammenhängenden Streichung von gut einem Drittel der Flüge der irischen Fluggesellschaft Ryanair vom Hunsrück aus.

Für diesen Sommer hat Ryan8air neue, zusätzliche Strecken vom Hahn aus angekündigt. 56 Ziele werden dann von den Iren von dort aus angeflogen - trotz der Ticketsteuer, die zu Beginn des Jahres leicht gesenkt worden ist. Gleichzeitig erhebt Ryanair seit dieser Woche einen zusätzlichen Aufschlag von 25 Cent pro Ticket. "Wir kommen in diesem Jahr aus der Talsohle heraus", ist sich Pollety trotzdem sicher.

Von der Gewinnzone ist der Hahn aber weit entfernt. Im vergangenen Jahr könnte das Minus von 10,9 Millionen Euro im Jahr 2010 um zehn Prozent gestiegen sein. Trotzdem sei der Flughafen rentabel, sagt Pollety. Er führt die Verluste vor allem auf Abschreibungen und Zinszahlungen für Investitionen etwa in die Landebahn zurück. Der reine Betrieb mache Gewinn von rund vier Millionen Euro und sei damit attraktiv für Investoren.

Seit Monaten sucht das Land als Eigentümer des Flughafens nach Interessenten für den Hahn - ohne Erfolg. Die potenziellen Geldgeber hätten "unterschiedliche Vorstellungen davon, was am Hahn privatisiert werden soll", sagt Pollety. Die rot-grüne Landesregierung stehe "geschlossen zum Hahn", sagt der Geschäftsführer. Gleichzeitig warnt er davor, die Nachtfluggenehmigung aufzugeben, wie es die Grünen verlangen. Der Nachtflug sei ein Wettbewerbsvorteil. Ohne diesen wäre der Frachtrekord vom vergangenen Jahr - ein Viertel mehr als 2010 - nicht möglich gewesen. Fracht und Passagiere seien heute gleich starke Standbeine des Flughafens. "Wenn wir die Wachstumschancen wahrnehmen können, haben wir eine gute Zukunft vor uns", sagt Pollety.