Hilfe hat ein Gesicht: Anna Heinz

Hilfe hat ein Gesicht: Anna Heinz

Ihr Freiwilliges Soziales Jahr hat sich Anna Heinz, 19 Jahre, etwas anders vorgestellt. Nach dem Abitur im März am Peter-Wust-Gymnasium Wittlich wollte sie zwar etwas im "sozialen Bereich" studieren, aber vorher "ein Jahr wirklich etwas machen".

Und das tut sie nun beim Kinderschutzbund-Mehrgenerationenhaus in Wittlich, eine Einrichtung, die zur Flüchtlingskoordinierungsstelle der Stadt geworden ist. Deshalb kümmert sich Anna Heinz jetzt auch um Flüchtlinge, und ihr Tag sieht immer anders aus: "Es ist auf jeden Fall abwechslungsreich und macht Spaß. Wir führen Telefonate für die Flüchtlinge, erklären, was in Briefen steht. Wir machen Arzttermine aus und fahren auch mit zum Doktor oder begleiten Flüchtlinge bei Behördengängen. Das ist schon unglaublich, wie die Menschen uns vertrauen und wie dankbar sie sind. Ich habe auch schon bei einem Umzug geholfen. Gestern habe ich eine Familie zur Erstaufnahmestelle nach Trier begleitet. Da musste ich schon schlucken. Die Helfer tun ihr Bestes, aber trotzdem müssen Leute dort auf den Fluren schlafen. Wenn ich sehe, dass wir da eine Familie mit zwei kleinen Kindern hinbringen, die da eine Zeit lang bleiben muss …" Natürlich bekommt die 19-Jährige auch mit, dass manche Menschen der Meinung sind, dass zu viele Flüchtlinge kommen. "Denen empfehle ich immer, mal hier vorbeizukommen und mit den Flüchtlingen zu sprechen." Die junge Frau sagt: "Hier lernt man schon fürs Leben. Vor allem merke ich jeden Tag, wie gut wir es haben." Für die Flüchtlingshilfe, die beim Kinderschutzbund geleistet wird, steht ein Wunsch ganz oben auf der Liste: "Wohnungen, auch für Einzelpersonen", sagt Anna Heinz. An Sachspenden seien Buggys, Kinderwagen, Kleidung für die ganz jungen Flüchtlinge gefragt, denn "jetzt kommen viele Kinder nach". Und es werden Betten gebraucht. Wer die Flüchtlingskoordinierungsstelle unterstützen oder spenden will: Kinderschutzbund Bernkastel-Wittlich, Mehrgenerationenhaus, Telefon 06571/2110. sos

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