HINTERGRUND

Land bereitet sich auf Seuche vor Das Land bereitet sich auf den Ernstfall vor: Nachdem die gefährliche Blauzungenkrankheit nun auch in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen wurde, werden die Sicherheitsmaßnahmen im Land erhöht.

Bislang wurde in Rheinland-Pfalz noch kein Verdachtsfall gemeldet. Doch die für den Menschen ungefährliche Seuche kommt näher, auch wenn sie nicht direkt von Tier zu Tier übertragbar ist. Die Krankheit wurde in Nordrhein-Westfalen in insgesamt neun Betrieben in den Kreisen Aachen und Düren nachgewiesen, betroffen sind acht Rinderbetriebe und ein Schafhalter. Die Höfe wurden gesperrt. Das Mainzer Umweltministerium rät den Viehhaltern, Rinder, Ziegen und Schafe genau zu beobachten und bei jeder krankhaften Veränderung den Tierarzt zu informieren. Fieber, Apathie, geschwollene Maulschleimhäute und eine blaue Zunge seien typische Symptome des Virus. Nachts sollten die Tiere in den Stall. Grund: Die Culicoides-Stechmücken, die die Krankheit übertragen, würden vor allem am späten Abend, nachts und am frühen Morgen fliegen und sich überwiegend im Freien aufhalten. Tagsüber, so das Umweltministerium, könnten die Tiere auch in den zu Sperrzonen erklärten Eifelkreisen Daun und Bitburg-Prüm draußen gehalten werden. Bei den dortigen Veterinärämtern rufen seit gestern fast pausenlos besorgte Viehhalter an. Im Kreis Daun wurden bereits am Freitag alle Schafhalter durch den Veterinär über die Blauzungenkrankheit informiert. Vermehrte Kontrollen bei den Viehhaltern finden derzeit allerdings nicht statt. In der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm hat man ein Sorgentelefon für Landwirte eingerichtet (06561/152140). Immer wieder wird nachgefragt, wie lange die strengen Sicherheitsmaßnahmen gelten. Doch darauf kann derzeit niemand eine Antwort geben. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Blauzungenkrankheit ausgebrochen ist. Experten gehen sogar davon aus, dass die Sperrgebiete weiter ausgedehnt werden. Bereits jetzt geht die 100-Kilometer-Sicherheitszone, aus denen keine Rinder, Schafe und Ziegen mehr transportiert werden dürfen, bis weit nach Luxemburg hinein. Doch auch in den Beobachtungsgebieten, in denen Viehhandel zumindest eingeschränkt ist, wie etwa im Kreis Trier-Saarburg, wächst die Sorge der Viehzüchter. 25 000 Rinder, 6500 Schafe, 300 Ziegen und 1000 Stück Gehegewild gibt es dort. Das Veterinäramt des Kreises steht im ständigen Kontakt mit dem Landesuntersuchungsamt in Koblenz.Bernd Wientjes

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