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Mehr Schädlinge, neue Pflanzen: Klimawandel verändert die Region

Mehr Schädlinge, neue Pflanzen: Klimawandel verändert die Region

Schon jetzt ist es deutlich wärmer als vor wenigen Jahrzehnten. Und um weitere vier Grad soll die Temperatur in Rheinland-Pfalz bis zum Ende des Jahrhunderts steigen. Das hat Folgen: Der Wald leidet und neue Krankheiten machen sich breit.

Bis vor wenigen Tagen das Hoch Xerxes kam, war dieser Sommer viel zu nass und gefühlt auch zu kühl. "Von wegen Klimawandel", mag sich da so mancher denken. Doch anders als das wechselhafte Wetter wird das Klima langfristig betrachtet. Und die Forscher sind sicher: Es hat sich gewandelt, es wird sich weiter wandeln und das wird Folgen haben. Das rheinland-pfälzische Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen in Trippstadt rechnet auf der Grundlage regionaler Daten damit, dass die Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um 3,5 bis vier Grad Celsius steigen. Schon jetzt liegen sie deutlich höher als vor einigen Jahrzehnten: 1947 betrug die auf dem Trierer Petrisberg gemessene Jahresdurchschnittstemperatur 8,9 Grad. 2011 waren es schon 10,6 - 1,7 Grad mehr. Bei den Niederschlägen rechnen die Wissenschaftler mit einer Umverteilung: Die Sommer werden trockener, die Winter nasser. "Wir erwarten auch, dass extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hagel oder Stark8regen zunehmen", sagt Ulrich Matthes, Leiter des Kompetenzzentrums. Und dass es schwüler wird. All dies hat Folgen. "Die regionalen Belege für den Klimawandel sind alarmierend", sagt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. So kamen dieses Jahr wegen des nach Europa "eingewanderten" Schmallenberg-Virus in 105 rheinland-pfälzischen Betrieben verkrüppelte Kälber und Lämmer zur Welt. Auch für Schädlinge wie Borkenkäfer oder Zecken verbessern sich die Bedingungen, während andere Arten es jetzt schon schwerhaben. So zeigt der Waldzustandsbericht, dass der Anteil geschädigter Bäume zugenommen hat. Vor allem Fichten werden Bäumen weichen, die besser mit Trockenheit zurechtkommen. Auch auf den Feldern und in den Weinbergen der Region könnten künftig andere Pflanzen gedeihen.