Partner mit Problemen

Die Partnerschaft von Land und Arp-Verein beim Arp-Museum droht zu platzen. Weil der Verein vereinbarte Dauerleihgaben für das Museum aus Geldnot verkauft hat, prüft das Land, ob es den Kooperationsvertrag binnen zwei Wochen kündigt oder über neue Dauerleihgaben verhandelt.

Mainz. Für die CDU ist der Fall klar: In Remagen-Rolandseck wurde für 33 Millionen Euro Steuergelder ein ansehnliches Museum für die Werke des verstorbenen Künstlers Hans Arp gebaut, und am Ende fehlt es an Kunstwerken, um viel beachtete Ausstellungen zu organisieren. "Sie stehen vor einem Scherbenhaufen", so Fraktions-Vize Marlies Kohnle-Gros im Landtag an die Adresse von Kultur-Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD). Der Staatssekretär hatte diese Woche vom Arp-Verein per Brief erfahren, dass der aus Geldnot bereits 14 Kunstwerke verkauft hat, die Bestandteil einer Liste von 248 zugesagten Dauerleihgaben waren. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Fehlbestand noch größer wird. Heftiger Streit herrscht nun, weil der Verein im Gegensatz zum Land diese Liste von Werken im Schätzwert von 30 Millionen Euro nicht als verbindlichen Bestandteil eines Vertrages ansieht. Für Hofmann-Göttig sind dies "Winkeladvokaten-Tricks", weil der Verein seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Der Verein droht mit dem Ende der Zusammenarbeit, wenn das Land nicht "offene Fragen" klärt und das Museum finanziell besser ausstattet. Der Staatssekretär räumte ein, dass es ohne Arp-Verein das Museumsprojekt nicht gegeben hätte. Doch man sei nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf ihn angewiesen. Deshalb prüft das Land nun, welche rechtliche Chancen es gibt, auf Herausgabe von Dauerleihgaben oder Schadensersatz zu klagen oder den Vertrag zu kündigen. Aus dem Fundus der 404 Werke, die Rheinland-Pfalz dem Arp-Verein für zehn Millionen Euro abgekauft hat, wird die derzeitige Ausstellung mit betrieben. Um in der ersten Liga der Museen mitspielen zu können, ist man auf Dauerleihgaben von Arp-Werken angewiesen, die es allerdings auch an anderen Stellen gibt. Der CDU-Abgeordnete Walter Wirz warf der Landesregierung vor, mit "nicht zu verantwortender Blauäugigkeit" und ohne die von ihm bereits 2005 geforderte Überprüfung die Partnerschaft mit dem Verein zum zweiten Mal eingegangen zu sein. Der Vertrag müsse sofort gekündigt werden, fordert die Union. kie Meinung Besser Ende mit Schrecken Arp und kein Ende: Das Museum ist eröffnet, doch die Freude hält nicht lange und die seit rund zehn Jahren währenden Auseinandersetzungen mit dem Arp-Verein gehen weiter - auf Kosten des Ansehens des Museums. Das Land hat sich bei diesem millionenschweren Projekt mit einem nur auf den eigenen Vorteil bedachten Verein eingelassen, ohne sich angemessenen und im Zweifelsfall entscheidenden Einfluss zu sichern. Entsprechend schlecht und schwach war die Ausgangslage, entsprechend hilflos lange Jahre das Handeln. Viel früher hätte Klarheit bei Wert und Echtheit der Kunstwerke herrschen müssen. Auf Diskussionen um noch nicht existierende posthume Abgüsse von Skulpturen hätte gar nicht eingegangen werden dürfen. Das Kulturministerium war zu lange nur Juniorpar tner und Geldgeber, ni cht aber Kontrolleur. Ein politisches Versagen. Nun sollte der Kooperation schleunigst ein Ende bereitet werden.