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Trierer Brüder ziehen sich aus der ctt zurück

Trierer Brüder ziehen sich aus der ctt zurück

In der regionalen Kliniklandschaft steht abermals ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel bevor: Die Barmherzigen Brüder Trier ziehen sich aus der Hildegard-Stiftung und damit aus der Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt) zurück. Die Einrichtungen der ctt sollen in eine andere Stiftung überführt werden.

Trier. ctt - diese Buchstabenkombination ist nicht nur in der Region Trier ein Begriff. Der katholische Gesundheitskonzern (31 Einrichtungen, 5000 Mitarbeiter) machte vor einem guten Jahrzehnt wegen der kriminellen Machenschaften seines damaligen Chefs, Hans-Joachim Doerfert, auch überregional Schlagzeilen und geriet finanziell in Schieflage. Nur weil auf Bitten des Mainzer Kardinals Karl Lehmann mit den Waldbreitbacher Franziskanerinnen und den Trie rer Brüdern damals zwei Orden zur Hilfe eilten, konnte der Klinikträger gerettet werden.
Nun sieht es so aus, dass zumindest das Kürzel ctt bald ausgedient haben könnte. Denn in spätestens zwei Jahren sollen die derzeit noch unter dem Dach der Hildegard-Stiftung angesiedelten ctt-Einrichtungen zur Marienhaus-Stiftung wechseln.
Das sagte gestern Nachmittag Schwester Basina Kloos in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die Westerwälder Ordensfrau sitzt im Vorstand beider Stiftungen und gilt als einflussreichste Frau in der katholischen Kirche Deutschlands.
Ursprünglich war geplant, dass die Einrichtungen der Marienhaus GmbH unter das Dach der Hildegard-Stiftung kommen. Weil dort aber neben den Waldbreitbacher Franziskanerinnen auch die Barmherzigen Brüder mit im Boot sind, hat das Kartellamt diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Deshalb ziehen sich die Brüder im September aus der Hildegard-Stiftung zurück. Die ctt-Einrichtungen werden in die Marienhaus-Stiftung überführt.
Die in Neuwied angesiedelte Stiftung ist mit 80 Einrichtungen und knapp 14 000 Beschäftigten schon jetzt einer der größten christlichen Träger von sozialen Einrichtungen in Deutschland (siehe Extra). Kommen die ctt-Einrichtungen eines Tages dazu, gilt dies umso mehr.
Bischof beruft Vorstand


Laut Schwester Basina hat sich der Orden durch das Stiftungskonstrukt ganz aus dem Gesundheitskonzern verabschiedet. So ganz stimmt dies allerdings nicht. Denn neben Basina selbst gehören noch zwei weitere Waldbreitbacher Franziskanerinnen dem fünfköpfigen Stiftungsvorstand und damit dem Leitungsgremium an. Zudem noch ein Jurist und ein Volkswirt. Sie werden vom Trierer Bischof für die Dauer von fünf Jahren berufen. "Das Bistum hat die Aufsichtspflicht und muss bei bestimmten Transaktionen auch zustimmen", sagt die Vorstandsvorsitzende.
Ihr sei es jetzt wichtig, dass die Unternehmen "auf Augenhöhe zusammenwachsen", sagt Schwester Basina. Für die Patienten und die Mitarbeiter der Einrichtungen gebe es keine gravierenden Änderungen, verspricht die 72-jährige Ordensfrau.