Zu wenige Notärzte in der Region: Es kommt auf die Ersthelfer an

Zu wenige Notärzte in der Region: Es kommt auf die Ersthelfer an

Bei Herzstillstand ist schnelle Hilfe gefragt. Doch professionelle Retter brauchen oft lange, bis sie am Einsatzort sind: auch, weil es zu wenige Notärzte in der Region gibt. Daher sollte jeder in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten.

100.000 Menschen in Deutschland erleiden pro Jahr einen Herzstillstand, bis zu 80.000 sterben. "Die Hälfte davon könnte überleben, wenn ihnen rechtzeitig, das heißt in den ersten Minuten, geholfen wird", sagt der Leitende Notarzt in Trier, Fabian Spöhr. Das Problem liege zum einen darin, dass viele Menschen nicht wüssten, was bei Herzkreislaufstillstand zu tun sei, und Angst hätten, Fehler zu machen.

Nur jeder Fünfte versuche einen Menschen mit Herzstillstand durch einfache Herzdruckmassage ins Leben zurückzuholen, bis der Rettungswagen eintreffe, sagt Spöhr. Gerade die ersten Minuten seien jedoch entscheidend. Schon fünf Minuten ohne Sauerstoff könnten zu Hirnschäden führen. Schäden, die auch später eintreffende Rettungsassistenten oder der Notarzt nicht mehr gutmachen könnten.

"Ersthelfer können nichts falsch machen", sagt Spöhr. Anlässlich der laufenden "Woche der Wiederbelebung" fordert der Mediziner, dass regelmäßige Auffrischungen von Erste-Hilfe-Maßnahmen zur Pflicht werden - nicht nur für Autofahrer.

Gerade in einer ländlichen Region, wo der Rettungswagen länger brauche, bis er am Einsatzort sei, und auch der Notarzt nicht immer in den ersten Minuten zur Stelle sei, hänge viel von den Ersthelfern ab, sagt Spöhr.

Ein Grund ist der eklatante Notarztmangel. Folge: Immer öfter müssen sich hiesige Notarzt-Standorte bei der Leitstelle in Trier, die alle Notrufe aus der Region koordiniert, abmelden. Denn es findet sich oft kein Arzt für einen Dienst. Notärzte aus benachbarten Standorten müssen dann weite Strecken bis zum Einsatzort fahren oder ein Notarzt wird per Rettungshubschrauber eingeflogen.

Das Problem sei bekannt, heißt es aus dem rheinland-pfälzischen Innenministerium und der für die Koordination des Rettungswesens in der Region zuständigen Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Das Land hat eine Studie zur Überprüfung der Notarztstruktur in Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben. Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung, sagt: "Ohne dass von den Krankenkassen mehr Geld für die Notarztversorgung bezahlt wird, ist das Problem wohl nicht zu lösen." Extra


Wie Sie sich als Ersthelfer im Notfall richtig verhalten, erklären wir hier

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