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Serie
Gesund und glücklich alt werden: So genießen wir das Leben

Der bekannte Mediziner und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen äußert sich im TV-Interview über die Vorzüge des Alterns. Die zweite Lebenshälfte sei besser als ihr Ruf.
Der bekannte Mediziner und Schriftsteller Eckart von Hirschhausen äußert sich im TV-Interview über die Vorzüge des Alterns. Die zweite Lebenshälfte sei besser als ihr Ruf. FOTO: TV / Eltges, Stefanie
Trier. Heute startet die neue TV-Serie Hallo, Alter! Der bekannte Mediziner von Hirschhausen sagt: Man sollte sich jeden Tag freuen, dass man noch nicht gestorben ist. Von Bernd Wientjes

Die Zahl der Älteren steigt: Im Jahr 2035 wird laut den Prognosen des Statistischen Landesamtes fast ein Drittel der Bevölkerung in der Region älter als 65 Jahre sein. Die Zahl der bis 80-Jährigen wird von derzeit rund 70 000 auf über 100 000 steigen, die der noch älteren von rund 30 000 auf 43 000.

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Heute geborene Jungs werden in Rheinland-Pfalz im Schnitt 78,5 und Mädchen sogar 83 Jahre alt. Vor 60 Jahren lag das durchschnittliche Sterbealter noch bei 63 beziehungsweise 67 Jahren.

„Älter werden ist doch ein Traum der Menschheit gewesen. Wir leben im Schnitt zehn, manchmal sogar 20 Jahre länger als die Generation unserer Großeltern. Was hätte die dafür getan, so sicher und gut versorgt aufzuwachsen wie wir? Worüber beschweren wir uns?“, fragt der bekannte Arzt und Unterhalter Eckart von Hirschhausen. Doch obwohl die Menschen älter werden, heißt das nicht, dass sie länger krank und gebrechlich sind. Im Gegenteil: „Alter muss nicht nur etwas Negatives sein“, sagt Thomas Biundo. Der Altersmediziner leitet das Geriatrische Rehazentrum St. Irminen in Trier. Auch von Hirschhausen sieht im Altwerden etwas Positives: „Die Tatsache, dass wir älter werden, ist doch etwas Fantastisches. Ich mag es einfach nicht, dass man das ständig nur als Hiobsbotschaft verkauft.“

Die Medizin habe dazu beigetragen, dass die Menschen älter werden, sagt Biundo. „Hinzu kommt, dass die Menschen heute gesünder leben, sich bewusst ernähren, sich bewegen und aktiv sind.“ Die über 65-Jährigen lebten im Schnitt elf Jahre in „guter Gesundheit“, sagt der Alterspsychologe Theo Boll, der Professor an der Uni Luxemburg ist.

„Wir haben alle Chancen, auch im Alter gesund, fit und glücklich zu sein“, sagt Holger Jungandreas, Trainer und Geschäftsführer des Gesundheitsparks Trier. Wer sich ein Leben lang körperlich und geistig bewegt und eine positive Grundeinstellung habe, könne glücklich alt werden. „Was nützen alle Maßnahmen zu einem gesunden Leben, wenn man im Herzen ein Griesgram ist, der insgeheim denkt ‚bringt ja sowieso nichts’“, sagt Jungandreas.

Das bestätigt auch Eckart von Hirschhausen. „Zu einem guten Lebensstil gehört aber auch, dass man sich freuen sollte, wenn man bisher nicht gestorben ist“, sagte er unserer Zeitung.

Die zweite Lebenshälfte sei besser als ihr Ruf. „Wenn uns in der Mitte des Lebens die Puste ausgeht, weil wir im Job performen müssen, weil wir kleine Kinder und alte Eltern haben, dann können wir sagen: Das ist nur eine Phase, und die geht vorbei. Da kommt noch ganz schön viel, auf das wir uns freuen können. Altern ist kein Abgesang, altern ist Leben für Fortgeschrittene“, sagt der bekannte Mediziner.

„Das Alter ist besser als sein Ruf!“