60 Tonnen Stahl für die neue Kammer der Schleuse Trier

Großprojekte : 60 Tonnen Stahl für die neue Schleusenkammer (Video/Bilderstrecke)

Ein Riesentor für die Schleuse Trier

Riesenaktion bei bestem Wetter: Der Einbau des Obertores ist ein Meilenstein für die größte Baustelle Triers.

Mit dem Frachtschiff sind die riesigen Stahlelemente zum Bauhafen der Schleuse Trier transportiert worden. Der Einbau des 60 Tonnen schweren Obertors für die zweite Schleusenkammer am Weiberdonnerstag war ein ganz und gar unkarnevalistisches Ereignis. Für das mit 75 Millionen Euro teuerste Bauprojekt in Trier war es allerdings ein Meilenstein.

„Wenn man so einen Schleusenbau mit dem Bau eines Hauses vergleicht, sind wir jetzt beim Innenausbau angekommen“, verdeutlicht Raymund Mertes die Bedeutung. Der Baubevollmächtigte für die Erweiterung der Schleuse Trier weiß, wovon er spricht. Denn bevor er 2011 die Verantwortung für die Realisierung der 210 Meter langen und 12,5 Meter breiten neuen Schleusenkammer übernommen hat, war er bereits beim Ausbau in Zeltingen als stellvertretender Bauleiter aktiv. „Trotzdem ist es auch für mich noch jedesmal beeindruckend, die Dimensionen unserer Baustelle zu sehen.“

Der Einbau des mächtigen Stahl­tores am Donnerstagmorgen, das für eine Hubhöhe von 7,25 Metern auch größter Frachtschiffe und Schubverbände  sorgen wird,  war aber auch für alle anderen derzeit etwa 30 Beschäftigten auf der Baustelle ein besonderes Ereignis. Und so fehlte niemand in den gut 60 Minuten, als der riesige Schwerlastkran das 43 Tonnen schwere Tor über die mehr als zehn Meter tiefe Stahlbetonwanne schweben ließ und dann langsam zentimetergenau absenkte. Mit den beiden jeweils etwa acht Tonnen schweren Hubarmen bringt es der schwarze Koloss, das bogenförmige Drehsegmenttor am Oberen Ende der Schleusenkammer, auf ein Gewicht von 60 Tonnen. Immerhin jeweils 30 000 Kilogramm wiegen die beiden Stemmflügel des Untertores, die ebenfalls mit dem Schiff  nach Trier transportiert wurden. Angesichts einer Stahldicke von bis zu 70 Millimetern ist ein solches Gewicht keine Überraschung.

Das riesige Schleusentor wir millimetergenau in die neue Schleusenkammer eingepasst. Foto: Rainer Neubert

Der „Innenausbau“ der neuen Schleusenkammer soll 2019 abgeschlossen sein, nach insgesamt acht Jahren Bauzeit. Dann wird sich die Verkehrssituation auf der Mosel, wie schon an den Schleusen in Zeltingen und Fankel erheblich entspannen. „Fahrgastschiffe haben an den Schleusen immer ein Vorrecht“,  erläutert Raymund Mertes. „Besonders in den Sommermonaten kann es dadurch für Frachtschiffe zu längeren Wartezeiten kommen. Zudem macht eine zweite Kammer Sanierungsarbeiten an der Schleuse ohne Sperrung der Schifffahrtsstraße möglich macht.“ Die Kapazität der neuen Schleusenkammer übertrifft zudem die der alten deutlich. Sie ist 40 Meter länger und auch um 50 Zentimeter breiter. Wenn das 75 Millionen Euro teure Bauwerk in Trier fertig ist, wird mit dem Endausbau der zweiten Schleusenkammer in Lehmen begonnen. Dort wird bereits am Vorhafen gearbeitet, der den Frachtschiffen als Start- und Warteplätze vor den Schleusen dient.