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Chefärzte, die in Menschen schauen

Chefärzte, die in Menschen schauen

Chefarztwechsel im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder (BKT): Nach 21 Jahren an der Spitze des bundesweit renommierten Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonografie und Nuklearmedizin geht Professor Hans-Peter Busch (65) in den Ruhestand. Nachfolger ist Professor Winfried A. Willinek (42).

Trier. Weil die exakte Bezeichnung für das von Hans-Peter Busch aufgebaute Diagnosezentrum so kompliziert und sperrig ist, wird im Brüderkrankenhaus in der Regel vom Zentrum, vom "Imaging Center", gesprochen. Dieser Begriff ist zwar auch nicht besonders hübsch, trifft aber den Kern der 2005 aus den Bereichen Radiologie und Sonographie/Nuklearmedizin zusammengeführten Abteilung. Denn auch wenn es dort um neueste und komplizierteste Diagnose- und Therapietechnik auf höchstem Niveau geht, alles hat etwas mit Bildern zu tun.
Medizin und Technik kooperieren


Röntgenbilder waren es am Anfang. Die bildgebenden Verfahren schaffen es längst, mehrdimensionale Eindrücke davon zu geben, woran ein Mensch erkrankt ist. Nur aufgrund dieser Verfahren ist der Siegeszug der sogenannten Knopflochchirurgie möglich. Und weil die modernen diagnostischen und bildgebenden Verfahren, zu der zum Beispiel die Computer- und Magnet resonanztomografie gehören, so viel Technik beinhaltet, wird das Imaging Center und dessen interdisziplinäres Team kooperativ von einem ärztlichen Leiter und einer medizinisch-technischen Leiterin geführt.
Hans-Peter Busch, technikbegeisterter Arzt und Klinikmanager, hat im Brüderkrankenhaus aus der Radiologie eine Hightech-Abteilung mit 70 Mitarbeitern gemacht, die danach streben, dem Ideal ihres Chefs nachzueifern. "Maßstäbe setzen und immer besser werden zum Wohle der Patienten", beschreibt BKT-Geschäftsführer Werner Hemmes diesen Anspruch. "Dabei ist ihm und einem Team nicht nur eine beachtliche Reduzierung der jeweils eingesetzten Strahlendosen gelungen, sondern darüber hinaus auch eine deutliche Verbesserung der Bildqualität."
Solche und weitere Lobeshymnen, zum Beispiel durch den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Dietmar Neisius, quittierte der scheidende Chefarzt bei seiner offiziellen Verabschiedung am Montag mit einem zufriedenen Lächeln und dem Dank an die vier kaufmännischen Direktoren, die er in 21 Jahren erlebt habe. "Man hat mich machen lassen." So sei es ihm möglich gewesen, ein "in Deutschland einmaliges Referenzzentrum" zu entwickeln, bei dem der Patient tatsächlich im Mittelpunkt aller Bemühungen stehe.
Nachfolger von Hans-Peter Busch, der dem Krankenhausträger BBT als Leiter der Stabsstelle Gesundheitspolitik erhalten bleibt, ist Prof. Dr. Winfried A. Willinek. Dieser war von 1999 bis zum Herbst 2014 als Arzt an der Universitätsklinik Bonn tätig, zuletzt als geschäftsführender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor. Daneben leitete er im Rahmen einer außerplanmäßigen Professur das Klinische Studienzentrum Radiologie und die Funktionseinheit Operative Fächer.
Wie sein Vorgänger Hans-Peter Busch, so ist auch Willinek wissenschaftlich aktiv. Er verfügt über internationale Beziehungen und ist getrieben von der Überzeugung, "dass der Mensch im Mittelpunkt steht". Deshalb werde er die neue Tätigkeit als Chefarzt im Brüderkrankenhaus Trier nutzen, um wichtige Themen der Zukunft in seinem Fach anzugehen. "Die hohe Qualität und die hervorragende Stimmung unter den Mitarbeitern des Imaging Centers haben mich tief beeindruckt", sagte der neue Zentrumsmanager bei seiner offiziellen Einführung.
Laut BKT-Geschäftsführer Werner Hammes war Winfried Willinek mit 42 Jahren der jüngste aller Bewerber für die Nachfolge von Bernhard Busch. "Krankenhäuser brauchen in diesen Tagen strategisch handelnde Ärzte, die Lösungen parat haben." Die Personalentscheidung sei einstimmig gefallen.