Das Ende der Martinsmühle

Die Stadt zur Mosel hin zu öffnen hatte vor 70 Jahren offensichtlich keine Chance und ist heute erst recht chancenlos. Höchst interessant sind die Ideen von Gottfried Rettig aber trotzdem. Von dem, was Rettig 1939 skizziert, ist zwar nichts umgesetzt worden, aber in den fünfziger Jahren hat die Stadtplanung, zumindest was die Martinsmühle betraf, einen Versuch in Richtung Moselkaffee gestartet.

Als Sohn des letzten Pächters des Restaurant Martinsmühle kann ich mich noch gut daran erinnern, als 1957 oder 1958 die Pläne zur Erweiterung der Martinsmühle als "Moselkaffee" diskutiert wurden. Nach Rettigs Idee war das Moselkaffee ja als separater Bau direkt neben der Martinsmühle geplant. Die Planungen von 1957/58 sahen aber nur eine großzügige Erweiterung der Martinsmühle zur Moselseite auf Höhe der damaligen tiefer liegenden Terrasse vor. Ob Rettigs Ideen bei diesen Planungen eventuell einen Anstoß gegeben haben, ist mir leider nicht bekannt. Die Planungen für das Moselkaffee wurden dann aber nach etwa einem Jahr plötzlich eingestellt, da mittlerweile die neue Uferstraße zur Diskussion anstand, die ja dann auch 1963 das Aus für die Martinsmühle bedeutete. Horst Schulze, Trier

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