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Das neue Projekt „Digital Kompass“ für Senioren in Trier setzt auf Internetlotsen.

Bildung : Wie Senioren die digitale Welt kennenlernen

Smartphones, Tablets und Computer – Klicks, Browser und Apps: Viele Senioren fühlen sich im Umgang mit den neuen Medien überfordert. Das neue Projekt „Digital Kompass“ möchte dies ändern und setzt auf Internetlotsen.

Die Besucher der Projekteröffnung „Digital Kompass“ freuen sich bereits auf die Angebote. Sie habe ein Smartphone und ein Tablet, berichtet eine der Seniorinnen. Normalerweise komme sie ganz gut mit den Geräten zurecht, doch manchmal stoße sie an ihre Grenzen. Da die Kinder weit weg wohnen, sei es gut, wenn es jemanden gebe, an den sie sich wenden könne. Eine andere Teilnehmerin berichtet,  immer, wenn sie die Begriffe Computer und Internet höre, poche ihr Herz. „Man denkt immer, man müsse das alles können, und wenn es nicht klappt, fühlt man sich dumm“, beschreibt sie ihre Unsicherheit.

Um Senioren diese Ängste zu nehmen, wurde der Digital Kompass ins Leben gerufen. Denn „um heute am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, ist der Umgang mit dem Internet von grundlegender Bedeutung“, betont Maria Dumrese, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbüros Trier.

In ihrem Grußwort stimmt Triers Bürgermeisterin Elvira Garbes Dumrese zu und ergänzt, dass digitale Bildung heutzutage ebenso zum Grundwissen gehöre wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Doch ungefähr ein Drittel der Senioren in Deutschland seien offline, sagt die Leiterin des Projekts, Katharina Braun.

Der Digital-Kompass, der nun in Trier Premiere feierte, ist damit nach Mainz der zweite Standort des Projekts in Rheinland Pfalz – Wittlich wird voraussichtlich im November folgen. Im Rahmen dieser bundesweiten Aktion der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) soll älteren Menschen die Unsicherheit im Bezug auf Digitalisierung und neue Technik genommen werden.

Zehn Internetlotsen des Seniorenbüros helfen älteren Menschen bei Problemen mit neuen Medien und der digitalen Technik.   Peter Schramer, einer der ehrenamtlichen Lotsen,  hat in seinem Leben EDV-Kenntnisse sammeln können. Diese  möchte er weitergeben, denn für ältere Menschen sei die digitale Welt wie eine Dunkelkammer. Hilfestellung sei deswegen unbedingt nötig.

Darüber hinaus soll es regelmäßig „Digitale Stammtische“ in der VHS Trier geben. Bei den Stammtischen bringen Experten den Senioren bestimmte Teilbereiche der neuen Medien und Technik näher. Der erste Stammtisch zu Gefahren im Internet mit Guido Steinke, Rechtsanwalt und Fachreferent 60+ der Verbraucher-Initiative, fand gleich nach der Eröffnung statt.

Rosemary Wessel, Vorsitzende des Seniorenbeirats, hofft auf  möglichst viele Teilnehmer. Denn mit etwas Übung sei der Umgang mit der neuen Technik eigentlich kinderleicht. Möglichkeit zu üben haben die Senioren demnächst genug. Wer Hilfe im Umgang mit Smartphone oder Tablet braucht, kann sich jederzeit bei Hermann Gräber zur individuellen Beratung anmelden.

Am 2. und 9. September sowie am 6. und 13. September wird jeweils ein Kurs zum Thema „Mit meinem Tablet unterwegs im Internet“ angeboten. Ein PC Ratgeber finder am 21. September und 19. Oktober um 10 Uhr statt.

Anmelden kann man sich für die Kurse und Beratungen telefonisch beim Seniorenbüro unter 0651/75566.