Daumen drücken, damit die Glocke weiter läutet!

Daumen drücken, damit die Glocke weiter läutet!

Eigentlich wollte ich ja heute über den verdrehten Rosenmontagszug 2011 lästern und bei dieser Gelegenheit neue alternative Streckenführungen ins Gespräch bringen. Zum Beispiel vom Pe trisberg über die Römerbrücke nach Trier-West - mit geselligem Ausklang in der Großraumdisco A 1. Oder rund um den Alleenring und anschließendem närrischen Abtauchen im Stadtbad.

Aber dann kam die Schock-Nachricht schlechthin, die alles in den Schatten stellt: Die Glocke macht am 31 März dicht! Unfassbar!

"Na und?", mögen jetzt jüngere Leser oder frisch gebackene Neu-Trierer sagen; "Es gibt auch ein Leben nach der Glocke." Mag ja sein, aber für etwas betagtere und gastronomiefreundliche Semester wie mich ist der Verlust des urigen Wirtshauses ein schwerer Schlag. Was sollen wir denn tun ohne diese Heimstätte echt trierischer Gastlichkeit?

Ich erinnere mich nur zu gerne an die guten alten Zeiten, als die Gästeschar in Dreierreihen den Tresen belagerte, wo der legendäre Wirt Josef "Glocken-Jupp" Berens mit der unvermeidlichen Gauloises-Fluppe im Mundwinkel den Zapfhahn betätigte. Jupp ist 2003 im Alter von nur 54 Jahren von uns gegangen, aber die Glocke gab es weiterhin. In jüngerer Zeit sogar mit frischem Schwung, den der in die Berens-Dynastie eingeheiratete Oswald "Ossi" Steines 'reingebracht hat. Dass der jetzt die Notbremse zieht angesichts der Sanierungsstaus, der sich in dem verwinkelten Glocken-Haus angesammelt hat, verstehe ich ja. Aber traurig find' ich es trotzdem. Meine Antwort sieht so aus: Wenn ich den Lotto-Jackpot knacke, dann kaufe ich den ganzen Laden und mache das, was ein anderer neuer Besitzer vermutlich nicht tut: Ich erhalte unsere Kult-Kneipe. Also Leute: Drückt mir die Daumen! Prost!

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