1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Der harte Kampf gegen Holperstrecken

Der harte Kampf gegen Holperstrecken

Mit Besen, Schaufel und Rüttelplatte rücken Mitarbeiter der Straßenmeisterei Tag für Tag den Schlaglöchern auf Triers Straßen zu Leibe. Wie lange die Ausbesserungen halten, hängt ganz vom Wetter ab.

Trier. Mit einem lauten Rumpeln fahren am Freitagvormittag die Lastwagen auf der Schöndorfer Straße in Richtung Verteilerkreis. Kurz vor dem Edekamarkt müssen sie bremsen. Denn hier stellen Udo Baus, Pascal Wolsfeld und Wilfried Ripp signalfarbene Pylonen auf die Fahrbahn. Die Männer von der Straßenmeisterei sind dabei, die schlimmsten der Löcher zu stopfen, die der frühe und harte Winter in die Straßen gefressen hat.

"Seit zwei Monaten flicken wir mittlerweile die Trierer Straßen", erklärt Udo Baus. In Trier gibt es rund 4,3 Millionen Quadratmeter befestige Flächen, das sind neben Straßen auch Rad- und Fußwege. Je nachdem, wie viel vor Ort zu tun ist, schaffen Baus und seine Kollegen pro Arbeitstag zwei bis drei Straßen.

Die Löcher auf der Schöndorfer Straße sind groß. Und ziemlich tief. Die Straße ist so kaputt, dass an vielen Stellen das darunterliegende Kopfsteinpflaster zu sehen ist. Ein Signal dafür, dass die Fahrbahn in die Jahre gekommen ist. "Das wurde in den 70er und 80er Jahren asphaltiert", erinnert sich Clemens Schwickerath, der zuständige Straßenmeister.

Nachdem die Pylonen aufgestellt sind, machen sich die Straßenarbeiter ans Werk. Mit besonders festen Besen schrubben sie die Schlaglöcher blank und säubern sie so von losem Geröll und dem schmutzigen Wasser, das sich dort in den vergangenen Tagen gesammelt hat. Nur so kann das Kaltgemisch (siehe Extra) auf dem alten Straßenbelag haften.

Schaufelweise füllen sie das Mischgut in die Schlaglöcher. "In diesem Winter haben wir schon 70 Tonnen verbraucht", sagt Wilfried Ripp.

Anschließend kommt die Rüttelplatte zum Einsatz. Das motorisierte Gerät macht einen ohrenbetäubenden Krach: bis zu 120 Dezibel, was in etwa einem startenden Düsenjäger entspricht. "Deswegen tragen wir immer einen Ohrschutz", erklärt Udo Baus.

Doch hauptsächlich sorgt die gelbe Maschine dafür, dass sich die frische Bitumenfüllung so gut wie möglich verdichtet. Anschließend streut Pascal Wolsfeld braunes Pulver auf das gestopfte Loch. "Das ist Abstreusand, der dafür sorgt, dass unser neuer Straßenbelag nicht an den Autoreifen klebt", erklärt er.

Tatsächlich rollen nur wenige Augenblicke später die ersten Autos und Lastwagen über die ausgebesserte Stelle auf der Schöndorfer Straße, nur wenige Zentimeter an Wilfried Ripp vorbei. "Viele Autofahrer sind schon ziemlich rücksichtslos. Manchmal kann man die Außenspiegel richtig spüren, so nah fahren die an uns vorbei", sagt er mit einem Kopfschütteln. Immerhin: Das Rumpeln ist ein bisschen leiser geworden als zuvor.

Udo Baus begutachtet die getane Arbeit. "Wie lange unsere Flicken halten, hängt ganz von der Witterung ab", sagt er. Wenn alles gut läuft, rumpelt hier jahrelang nichts mehr. "Wenn aber Feuchtigkeit unter das Material kommt, kann das schon nach wenigen Tagen wieder aufbrechen."

So oder so werden Baus und seine Kollegen bald wieder auf der Schöndorfer Straße unterwegs sein: Wenige Zentimeter von der Baustelle entfernt sind deutliche Risse im Straßenbelag zu sehen - Anzeichen für das nächste Schlagloch. Extra Um die schlimmsten Straßenschäden bereits im Winter zu beseitigen, verwenden die Mitarbeiter der Straßenmeisterei ein bituminöses Kaltgemisch, das unter anderem aus dem Erdölprodukt Bitumen und Split besteht. Das ist zwar nicht so haltbar, wie der heiß aufgetragene Straßenbelag. Der Vorteil besteht jedoch darin, dass es auch bei kalter und nasser Witterung eingesetzt werden kann. Damit die Kaltmischung hält, sollte das Schlagloch mindestens eine Tiefe von drei bis vier Zentimetern haben. (slg)