Ende und Aus

Trier. (tkk) Sie hatte dreieinhalb Jahre einen Kultstatus unter Triers Kneipen, die "Idealbank". Am Freitag ertönte zum letzten Mal Musik aus der ehemaligen Bankfiliale in der Christophstraße.

Es war nicht anders zu erwarten: Zum Abschiedsabend war es in der "Idealbank", von ihren Besuchern nur kurz "Bank" genannt, noch einmal richtig voll geworden, jeder wollte anscheinend Abschied von der doch so anderen Kneipe in Triers Innenstadt nehmen. Die DJs legten nochmal viele Scheiben schwarzes Vinyl auf den Plattenteller, bevor sie für immer eingepackt wurden. Doch diesmal ertönte nicht kurz vor Schluss der Satz durch das Megaphon "Letzte Runde", der an diesem Abend noch besser als sonst gepasst hätte. Der Grund war: In den frühen Morgenstunden hatten die Gäste die "Bank" leergetrunken. Dreieinhalb Jahre schafften die Gastronomen es, etwas Besonderes anzubieten. Schon seit Monaten kursierten in der Trierer Studenten-Szene Gerüchte über eine bevorstehende Schließung. Vorbei sind nun die Zeiten, zu denen man am Donnerstagabend mit dem Tischtennis-Schläger bewaffnet sich auf den Weg in die "Bank" machte, um beim kollektiven "Tischtennis-Rundlauf" dabei zu sein. Dort traf man auch Spieler, die sich mit Bratpfannen anstatt Tischtennisschlägern bis ins Finale kämpften. In den vergangenen Jahren hatte man den Eindruck, dass der Spruch über der Eingangstür "Alles wird gut" bei den Besuchern für eine positive Grundstimmung sorgte. Am letzten Abend war die Stimmung bei zahlreichen Gästen etwas gedrückt. "Es ist schade, dass die Bank zumacht, weil es nichts Vergleichbares in Trier gibt", meinte beispielsweise Roland Naumann, der die "Bank" regelmäßig frequentierte. Auf die eigenwillige Inneneinrichtung - Computer-Monitore aus den 80er-Jahren mit dem dazugehörenden Atari-Spiel oder der Gestaltung der Waschbecken in den Toiletten - kamen die Besitzer von alleine. "Die Idee war, eine Bude aufzumachen, in die man selber gerne geht", erinnert sich Gastronom Jörg Schatzmann. Grund für die Schließung sei Ärger mit Behörden und einem Anwohner. "So macht es keinen Spaß, man soll aufhören, so lange es am schönsten ist."

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