Ihre Meinung

Zur Berichterstattung zum Moselaufstieg in unserer Verkehrsserie (TV vom 20. Juni):

Sicherlich hat Herr Pistorius recht, wenn er feststellt, dass die Diskussion um den Moselaufstieg in den vergangenen Jahren emotional-kontrovers geführt wurde. Doch wenn er dann in seinem Kommentar lapidar feststellt, dass der Moselaufstieg das Hauptproblem des Trierer "Verkehrsinfarkts" nicht lösen kann, gleichzeitig aber bemerkt, dass das als Gegenargument nicht ausreicht, muss ich mich doch fragen, was denn als Kernargument für den Moselaufstieg überhaupt herhalten kann. Also suche ich. Erstes Argument: "Trier braucht eine Umgehung" - das ist einfach zu kurz gesprungen, wenn man bedenkt, dass diese "Umgehung" nicht einmal von 10% der jetzigen, die Stadt belastenden Verkehre benutzt würde. Insbesondere zu kurz gesprungen, wenn man in einer notwendigen Abwägung die umweltzerstörerische Wirkung (auch die Frischluftversorgung des gesamten Trierer Tales wäre betroffen!) dem gegenüberstellt. Zweites Argument: "Die LUX-Pendler zählen wohl zu den Befürwortern". Die Trierer LUX-Pendler, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, fahren mehrheitlich über und durch Wellen/Grevenmacher zur A64. Würden sie den Moselaufstieg benutzen, würden sie gegen ihre Fahrtrichtung bei Fusenich/Trierweiler auf die A64 fahren und damit viele Kilometer mehr fahren als jetzt. Diese Gruppe würde allerdings von einer Brücke über den (ökologisch nicht gerade schützenswerten) Merterter Hafen mit vorhandenem Anschluss an die A64 profitieren - ein Brückenbau, zu dem das Land Luxemburg bereits die komplette Kostenübernahme zugesichert hatte und der die Durchfahrten durch Temmels und Grevenmacher um 7500 beziehungsweise 9100 KFZ pro Tag entlasten würde. Drittes Argument: "Die Anwohner der Trierer Innenstadt wären wahrscheinlich auch dafür". Es geht aus den verschiedenen Gutachten hervor, dass der Moselaufstieg eine relativ vernachlässigbare Entlastung für Bonner-/Kölner Straße bringen würde. Deren Belastung war allerdings in der Folge der Umgehung Biewer gestiegen, weil hier die Fortsetzung über die Nordbrücke vergessen wurde. Die Staus entlang der vierspurigen Uferstraße könnte man entschärfen, wenn nicht ganz vermeiden, wenn man an den neuralgischen Brückenköpfen den Geradeausverkehr durch Absenken der Fahrspur nicht immer wieder durch Ampeln ausbremst, wie andere Städte mit ähnlichen geografischen Gegebenheiten das längst tun. Eine letzte Anmerkung zum "Verkehrsinfarkt": In der TV-Verkehrsserie (Ausgabe vom 6. Juni 2016) kamen 4 Ex-Trierer (davon 3 ehemalige TV-Mitarbeiter) zu Wort, die unisono der Meinung sind, dass Trier im Vergleich zu ihren jetzigen Wohnorten gar kein Verkehrsproblem hat ... Peter Morandini, Trier-Zewen