IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über die geplante Baulandentwicklung in Trier:

Ich würde Rainer Neubert wirklich gerne mal ein Lob bezüglich seiner unvoreingenommenen, objektiven Berichterstattung aussprechen. Leider bleibt mir dies buchstäblich im Hals stecken. Auch sein aktuellster Artikel zum Thema Flächennutzungsplan 2030 erzeugt bei mir den Eindruck, dass er persönlich eine Bebauung des Brubacher Hofes vorzieht. Er unterstellt den Gegnern ein Handeln nach dem Sankt-Florian-Prinzip. Sicher wird sich niemand davon freisprechen wollen, dass realistische existenzielle Ängste vorhanden sind. Dennoch wird diese Tatsache von Herrn Neubert derart hervorgehoben, dass der Eindruck entsteht, er möchte hierdurch von anderen Fakten ablenken! Schwammige, inhaltlich unpräzise Aussagen wie "für die Landwirte bei Mariahof sieht die Stadt dagegen Lösungsmöglichkeiten" oder "Egal ob Mariahof oder Langenberg kommt, der Verkehr muss davor geregelt werden" füllen zwar Zeilen, informieren hingegen nicht darüber, um welche Lösungen es sich denn konkret handelt. Warum wohl? Es gibt noch keine! Auch die Aussage von Dr. Hans Reichert, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbeirats der Stadt Trier, wird nur oberflächlich erwähnt mit dem Satz: "Wir können keinem der beiden Bereiche zustimmen." In der Tat sehen die Vertreter eine Bebauung des Brubacher Hofes als wesentlich problematischer an als die Bebauung des Langenbergs. Begründet wird dies einerseits mit der Existenz bedrohter Tierarten, zum Beispiel Wildkatze und Gelbbauchunke, andererseits durch den unweigerlich entstehenden Druck auf das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet durch eine angrenzende Bebauung. Nicht umsonst muss hier gemäß EU-Richtlinien ein Verträglichkeitsgutachten vorgelegt werden. Für den Bereich Langenberg wird eine Beeinträchtigung lediglich vermutet, für den Brubacher Hof existieren Fakten! Die Stadt versichert, dass die Verkehrsführung zu dem Zeitpunkt geregelt sein wird, zu dem eines der Baugebiete kommt. Ich persönlich habe starke Bedenken, dass dies im Bereich des Möglichen liegt. Melanie Eis, Aach

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