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Katholiken aus dem Bistum Trier kritisieren Haltung der Kirche zur "Ehe ohne Trauschein"

Katholiken aus dem Bistum Trier kritisieren Haltung der Kirche zur "Ehe ohne Trauschein"

In einer Umfrage des Vatikans haben sich viele Katholiken im Bistum Trier kritisch mit der Haltung der Kirche zu Fragen der Partnerschaft auseinandergesetzt.

Beteiligen konnten sich an der Umfrage des Vatikan im Vorfeld der geplanten Bischofssynode "Pastorale Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung" alle Katholiken. Insgesamt gab es im Bistum Trier einen Rücklauf von 237 Fragebögen, davon stammten 29 nicht aus dem Bistum. Bei insgesamt 1,45 Millionen Katholiken im Bistum Trier sei das Ergebnis zwar nicht repräsentativ und besitze keine statistische Aussagekraft, so das Bistum, die Antworten seien aber differenziert.

Mehr als die Hälfte der Antwortenden empfinden eine Diskrepanz zwischen der Lebenswirklichkeit von Paaren und der Lehre der Kirche zu den vielfältigen Formen des Zusammenlebens. So wird in den meisten Rückmeldungen das Zusammenleben von Paaren vor der Ehe als Regelfall eingeschätzt. Dies gilt besonders für junge Christen, bei denen das Zusammenleben ohne Trauschein quasi als normal gilt.

Viele der Antwortenden bezeichnen den in einer Frage des vatikanischen Fragebogens verwendeten Begriff der "irregulären Situation" für geschieden Wiederverheiratete als diskriminierend. In 50 Nennungen wird beschrieben, dass sich geschieden Wiederverheiratete als zur Kirche zugehörig empfinden, sie empfangen trotz offiziellen Verbots die Sakramente (36 Nennungen) und erleben ihre Situation nicht als "irregulär" (18 Nennungen). Diejenigen, die sich zur Kirche zugehörig fühlen, wünschen eine offizielle Zulassung zu den Sakramenten, ein Ernstgenommenwerden durch die Kirche und erleben die gegenwärtige Situation als sehr belastend.

Die Rückmeldungen insgesamt umfassen ein breites Spektrum von Einschätzungen und Vorschlägen, insbesondere in Fragen der Ehe, des Scheiterns, des Neuanfangs und der Sexualität und der Zulassung zu den Sakramenten.

Das Bistum Trier hat die Antworten aufbereitet und an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet, die die Rückmeldungen aus den deutschen Diözesen sammelt und an den Vatikan weitergibt.