Keine Chance für CDU-Mann Udo Köhler

Keine Chance für CDU-Mann Udo Köhler

Deutlicher Sieg für Malu Dreyer im Wahlkreis Trier. Mit 49,6 Prozent lässt die Ministerpräsidentin ihren Herausforderer Udo Köhler (CDU) hinter sich. Mit 25,3 Prozent aller Erststimmen hatte der CDU-Parteivorsitzende keine Chance gegen die Favoritin.

Trier. Als in der Gaststätte Handelshof die erste Prognose für die Landtagswahl über den Bildschirm flimmert, bricht Jubel aus. Denn schon um 18 Uhr gibt es keine Zweifel mehr daran, dass die SPD stärkste Partei im Land bleiben wird. "Das ist sensationell", freut sich Parteivorsitzender Sven Teuber. "Die CDU ist noch schlechter als vor fünf Jahren."
Entsprechend betrübt sind die Gesichter im Casino am Kornmarkt, wo CDU-Kandidat Udo Köhler mit seinen Parteifreunden den Machtwechsel in Mainz feiern wollte. Angesichts der Verluste seiner Partei wird er auch nicht über die Liste in den neuen Landtag einziehen. Und auch in der Grünen-Geschäftsstelle gibt es keinen Grund für Jubel. Zumal noch für einige Stunden nicht klar ist, ob die Partei überhaupt in der neuen Legislaturperiode mit von der Partie ist.Dreyer stark im Süden

Malu Dreyer steht als Ministerpräsidentin im Wahllokal in Trier-Süd etwas mehr im Rampenlicht. Foto: Friedemann Vetter (Ve._) ("TV-Upload Vetter"



"Das tolle Ergebnis in Trier freut mich sehr", sagte Malu Dreyer am späten Abend. "Es ist überwältigend, dass meine Heimatstadt mich so unterstützt. Ich möchte in den kommenden Jahren die gute Arbeit für Trier fortführen, damit wir unsere Stadt auch in Zukunft erfolgreich nach vorne bringen." Erwartungsgemäß erzielt Dreyer in Trier-Süd mit 59,2 Prozent das beste Ergebnis bei den Erststimmen. Sie wohnt dort im Schammatdorf und bringt der SPD auch deshalb bei den Zweitstimmen (43,7 Prozent) einen Topwert. In Biewer (47,3), Pfalzel (46,3) und Ehrang-Quint (45,4) sind die Zahlen sogar noch einen Tick besser. Mit 45,4 Prozent erzielt die Ministerpräsidentin in Kernscheid ihren persönlich schlechtesten Wert.
CDU-Kandidat Udo Köhler erreicht dort mit 34,9 Prozent sein bestes Ergebnis. Das hilft ihm wenig, um das große Ziel zu erreichen: einen Sitz im Landtag. Die wenigsten Personenstimmen bekommt Köhler in Trier-West/Pallien (16,9 Prozent).
Die Flüchtlingsdiskussion, kommunalpolitische und soziale Konflikte spiegeln sich im Wahlverhalten in den Stadtteilen. So erreicht die AfD, deren Direktkandidat Michael Frisch (8,4 Prozent der Erststimmen) über die Landesliste in den Mainzer Landtag einziehen wird, mit 16,7 Prozent in Trier-West/Pallien ihr zweitstärkstes Ergebnis. In Mariahof ist die rechtspopulistische Partei sogar noch ein Zehntel besser. Dort, wo so heftig über Sozialwohnungen für Flüchtlinge und ein Neubaugebiet gestritten wird, erhält die SPD mit 36,7 Prozent die meisten Stimmen vor der CDU (24,3 Prozent).
Ähnlich stellt sich die Situation in Trier-Nord (SPD: 38,1; CDU: 20,8) und Trier-Euren (40,7; 24,5) dar. Überraschend stark ist die AfD (10,7) auch in Feyen-Weismark, wo die SPD (39,4) ebenfalls deutlich vor der CDU (25,8) liegt. Die Grünen müssen wie überall im Land auch in Trier deutliche Verluste einstecken. Sogar im Vorzeigestadtteil Trier-Mitte/Gartenfeld halbiert sich der Stimmenanteil im Vergleich zu 2011 auf 16,8 Prozent. Dennoch trägt dieses Teilergebnis vermutlich dazu bei, dass die Partei noch im Landtag vertreten ist. 6 Prozent der Erststimmen sind für Grünen-Kandidaten Thorsten Kretzer eine Enttäuschung.
Die FDP erzielt mit 6,2 Prozent in Trier-Mitte-/Gartenfeld ihr bestes Ergebnis. Dort fahren auch die Linken mit 8,1 Prozent ihr Spitzenergebnis ein, das sie auch in Trier-Nord erreichen. Aber weder FDP-Kandiat und Parteivorsitzender Tobias Schneider (3,8 Prozent) noch die Linke Kathrin Meß (4,5 Prozent) haben eine Chance, in den Landtag einzuziehen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 66 Prozent.

volksfreund.de/wahlen