Keine Provinz

Zum Bericht "Die Welt der Bilder in Trier" (TV vom 10. November):

Wir freuen uns über die Fototage Trier 2010 und wünschen ihnen Erfolg und Aufmerksamkeit. Wir, das meint alle an der Fotografie Interessierten in Trier und der Großregion. Diese gibt es durchaus, und sie haben bislang keineswegs in der provinziellen Wüste gelebt. Dass man in Berlin "noch nicht so viel von Fotografie in Trier gehört hat", mag sein. "Dass sich das jetzt ändern soll", ist wahrlich zu wünschen. Solche Bemerkungen stoßen aber vielen sauer auf, die sich seit Jahren um die Fotografie bemühen.

Dass viele in der Region die Fototage spontan mit der Fotografischen Gesellschaft Trier in Verbindung bringen, zeigt, dass von dieser seit mehr als zehn Jahren mit großem Engagement der Boden bereitet wurde für Auseinandersetzung mit der Fotografie. Durch Workshops und Gastvorträge von Fotografinnen, Ausstellungsbesuche und Bildbesprechungen wurde der Blick für das Foto geschult. Das Engagement der Fotografischen Gesellschaft für die Fototage umfasst intensives Sponsoring. Neben der Europäischen Kunstakademie bemühen sich eine innovative Fachhochschule sowie eine engagierte Universität um Medien, Grafik, Design mit Akzent auf Fotografie. Der von der Quattropole ausgeschriebene Kunstpreis Robert Schuman wurde zunehmend Fotografinnen und Medienkünstlerinnen zugesprochen, deren Arbeiten im Museum Simeonstift ausgestellt waren. Auch die Foto-Ausstellung "Bilder machen Leute" im Landesmuseum sowie die Ausstellungen der Gesellschaft für Bildende Kunst zeigen Interesse Triers an Fotografie. Nimmt man Luxemburg, Saarlouis, Wittlich hinzu, stellt sich die Region als selbstbewusste Provinz dar.

Richard Krings, Trier, Vorsitzender Fotografische Gesellschaft Trier.

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