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Krönung eines Mädchentraums

Krönung eines Mädchentraums

Von Stand zu Stand schlendern, Wein probieren, Leute treffen, Musik hören und weit bis nach Mitternacht auf der Straße tanzen: Dieses Ambiente und viele Programmpunkte machen die Longuicher Weinstraßenkirmes zu einem besonderen Weinfest. Der Höhepunkt war am Samstagabend die Krönung der neuen Weinkönigin Anna I.

Longuich. "In unserem Alter ist man nicht mehr aufgeregt", meinen Clemens (85) und Maria Schu-Schätter (85) aus Bekond. "Aber sehr stolz." Denn auf der Bühne wird Enkelin Anna Burg gerade zur neuen Longuicher Weinkönigin gekrönt. Christin Kremer setzt ihrer Nachfolgerin die Krone auf. Zwei Jahre lang hatte Christin mit ihrer Prinzessin Linda für den Longuicher Wein geworben. "Es bleiben Erfahrungen, Freundschaften und die Liebe zum Wein", resümierte die scheidende Weinhoheit.
Der neuen Weinkönigin Anna I. scheint nicht nur die Leidenschaft zum Wein mit in die Wiege gelegt worden zu sein, sondern auch die Fähigkeit, charmante Reden zu halten. Schon als Vierjährige habe sie davon geträumt, Longuicher Weinkönigin zu werden, sagte sie etwa in ihrer witzigen und souveränen Ansprache. Nina Thielen wird ihr bis 2013 als Prinzesssin zur Seite stehen. Annas Mutter, Katharina Burg, wusste genau, was in diesen spannenden Minuten in ihrer Tochter vor sich ging. "Ich war vor 23 Jahren Weinkönigin der Verbandsgemeinde", erinnerte sich die Mutter und Winzerin.
Gäste trotzen dem Regen


Trotz des Sommerregens, der prompt einsetzte, als der Festumzug die Weinhoheiten zu Hause abgeholt hatte, waren viele Gäste in die Longuicher Maximinstraße gekommen, um bei der Krönung dabei zu sein. Auch die Musiker des Moselländischen Blasorchesters und des Männergesangvereins trotzten den Tropfen: Sie musizierten, die Gäste schunkelten. Und dann hatte Petrus doch noch ein Einsehen mit den Longuicher Winzern und der Ortsgemeinde, welche die Kirmes veranstaltet. Mit den ersten Klängen von Six Affair, einer Band aus der Südpfalz, konnten die letzten Schirme eingepackt werden.
Die Gäste - darunter viele Vertreter aus der Politik, Weinhoheiten von der Mosel und der Ruwer sowie Touristen etwa aus Italien und der Pfalz - standen in mehreren Reihen um die Weinstände in der Maximinstraße und in den Winzerhöfen. Beim Blick in die volle Straße freute sich eine Frau, die auf vielen Ebenen sehr viel zum Gelingen des Weinfestes beiträgt, besonders: Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder. "Wunderbar, dass wieder so viele Leute hier sind", schwärmte sie. Einer der sieben Winzer, die permanent edlen Longuicher Wein ausschenkten, war Jürgen Hansjosten. Für ihn und seine Familie heißt Weinstraßenkirmes: 33 Stunden Standdienst an drei Tagen. Denn in Longuich wird auch noch nach zwölf Uhr gefeiert. kat
Weiterer Bericht folgt.
Heute, am letzten Kirmestag, werden die Stände um 14 Uhr eröffnet. Von 15 bis 17 Uhr gibt es ein Kinderprogramm: Im Dorfgemeinschaftshaus findet ein musikalischer Lesetermin mit Dorle Schausbreitner statt und anschließend gibt es Spiele mit den Erzieherinnen der Kindertagesstätte. Um 17 Uhr wetteifern Teams um die Kirmesmeisterschaft (Gruppen können sich ab 16.30 Uhr anmelden). Um 19 Uhr macht Willi Antoni Live-Musik, und um 23 Uhr setzt Wolf Peters mit Showeinlagen den letzten Höhepunkt der Weinstraßenkirmes 2011. kat