„Meine Hilfe zählt“: Auryn Trier e.V. bittet um Spenden, damit es Kindern psychisch kranker Eltern besser geht.

Engagement : Damit die Kindheit leichter wird

Meine Hilfe zählt: Der Verein Auryn Trier bittet um Spenden, damit es Kindern psychisch kranker Eltern besser geht.

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und – was ihre Schwere betrifft – zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen. Fachleute gehen davon aus, dass weltweit inzwischen rund 350 Millionen Menschen unter einer Depression leiden. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass Depressionen oder sogenannte affektive Störungen, das heißt eine Gruppe von psychischen Störungen, im Jahr 2020 weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein wird.

Psychische Erkrankungen haben nicht nur gravierende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen, sondern auch auf ihre Kinder.  Erstklässlerin Lina weiß mit ihren sechs Jahren schon einiges über eine Depression. Zum Beispiel, dass Mama viel Ruhe braucht, manchmal traurig ist und manchmal schläft, obwohl Tag ist und man schöne Dinge, wie zum Spielplatz zu gehen, machen könnte. Auch Tom, 13, wächst in einer Familie auf, in der sich vieles um die psychische Erkrankung des Vaters
dreht. Früh hat er Verantwortung übernommen, und eigene Bedürfnisse stellt er häufig weit hinten an, um Papa und Mama, die auch unter der Situation leidet, zu schonen.
Lina und Toms Namen stehen für die Mädchen und Jungen, die zu Auryn gehen, der einzigen Fachstelle für Kinder psychisch kranker Eltern in der Großregion Trier. Denn Kinder in Not, die auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, brauchen Erwachsene, die sie an die Hand nehmen, unterstützen und schützen. Gabriele Apel ist Diplom-Sozialarbeiterin und Gestalttherapeutin, sie hat Auryn vor 17 Jahren in Trier ins Leben gerufen.
Apel weiß: „Wenn ein Elternteil mit Depression, Angstzuständen oder
einer Psychose kämpft, leiden auch die Kinder.“ Sie seien besonderen emotionalen Belastungen ausgesetzt. Verhaltensweisen des Vaters oder der Mutter seien oft schwer zu verstehen, viele Kinder fühlten sich hilflos und überfordert. Denn häufig übernähmen sie auch Aufgaben von Vater oder Mutter. Fachleute sprechen dann von Parentifizierung, Eltern- und Kindrolle sind verdreht.
„Bei uns finden Kinder psychisch kranker Eltern ein offenes Ohr und
Beschäftigung, die ihnen Sicherheit vermittelt und ein Stück Leichtigkeit in ihren Alltag bringen soll“, sagt Apel.

Auch für die Eltern selbst sind die Mitarbeiterinnen von Auryn da. Sie finden dort Rat, wie sie die Situation mit Blick auf die Familie meistern können. Zum Angebot des Trierer Vereins gehört auch, dass Kinder und Jugendliche (Fünf- bis Siebenjährige, Acht- bis Elfjährige und Elf- bis Vierzehnjährige) sich in Gruppen treffen und unter Anleitung reden, Spaß haben, malen oder gemeinsam etwas unternehmen.

Damit Kinder an heilpädagogischem Reiten teilnehmen, sich in einer Malwerkstatt mit Pinsel und Farbe auf Papier ausdrücken oder gemeinsam basteln können, benötigt Auryn die finanzielle Unterstützung der TV-Leserinnen und -Leser. Der Verein braucht insgesamt 3000 Euro.

Auryn Trier. Foto: TV/Auryn Trier

Ein Fünftel der benötigten Summe ist auf der Spendenplattform Meine Hilfe zählt des Trierischen Volksfreunds bereits eingegangen. Sie können dort unter der Nummer 65604 für das Projekt „AURYN e.V. - Gruppenarbeit in der Herbst- und Weihnachtszeit“ spenden.
Mit dem Meine-Hilfe-zählt-Projekt schlägt Auryn zwei sprichwörtliche Fliegen mit einer Klappe: Zum einen werden Spenden gesammelt, und zum anderen macht das Projekt auf das stark tabuisierte Thema Kinder psychisch kranker Eltern aufmerksam. „Wir würden uns
sehr freuen, wenn Sie uns unterstützen“, sagt Apel.

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