Sicherheit vor Bequemlichkeit

Sicherheit vor Bequemlichkeit

Kein akuter Handlungsbedarf - so lautet das Fazit einer Kontrollfahrt auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg. Von amtlicher Seite inspiziert wurden insbesondere Absperrungen und Schilder, die vor Gefahren an Einmündungen schützen sollen, die aber selbst nicht ungefährlich für Radfahrer sind.

Wenn Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der Polizei, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und von Verwaltungen sich auf Fahrradsättel schwingen, dann handelt es sich entweder um eine Jungfernfahrt anlässlich einer Einweihung oder um eine Kontrollfahrt. Letztere wurde kürzlich auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg unternommen, um Gefahrenstellen zu inspizieren. Insbesondere Absperrgitter, sogenannte Umlaufsperren, und Schilder an Einmündungen von Straßen und Wirtschaftswegen nahmen die Experten unter die Lupe. Erst vor wenigen Wochen war die Diskussion um die Sinnhaftigkeit dieser Beschilderung- und Absperrmaßnahmen wieder aufgeflammt, nachdem ein Radfahrer gegen ein Schild geprallt war und sich dabei schwer verletzte (der TV berichtete). Der Mann war am Ende einer Gruppe gefahren und zwischen Morscheid und Waldrach verunglückt.

Als Ergebnis der Kontrollfahrt wurde nun festgehalten: "Es gibt keine akuten Gefahrenstellen, die ein sofortiges Handeln erfordern." Wie Klaus Wagner vom LBM mitteilt, erschienen die Behinderungen allen Beteiligten vertretbar - mit Ausnahme des ADFC. Der Vertreter des Fahrradclubs steht auf dem Standpunkt, dass Überregulierungen weitgehend vermieden werden sollten. 80 Prozent aller Schilder und Umlaufsperren sollten entfernt werden. Insbesondere auf einem familienfreundlichen Radweg wie dem zwischen Ruwer und Hermeskeil müssten Kinder vor den Gefahren an Kreuzungen gewarnt werden, rechtfertigt Wagner die Absperrungen.

Bei einer Abwägung zwischen Komfort und Sicherheit werde die örtliche Lösung von allen Beteiligten außer dem ADFC mitgetragen. Der Vertreter des Fahrrad-Clubs habe mit einem Tandem-Liegefahrrad mit Anhänger teilgenommen. Trotzdem sei er in der Lage gewesen, alle Umlaufsperren problemlos zu umfahren, so Wagner. Bei der Kontrollfahrt sei auch anhand von Spuren festgestellt worden, dass der Radweg missbräuchlich von Fahrzeugen benutzt wird, etwa zur Umfahrung des gesperrten Fischwegs in Ruwer. Nicht zuletzt um diese Nutzung zu unterbinden, seien bauliche Absperrungen unumgänglich, sagt Wagner.

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