Sinkender Stern

Christiane Horsch ist nicht in der CDU "aufgewachsen". Die Christdemokraten holten sie dazu, als sie vor acht Jahren vom Kanzler-Büro der Fachhochschule in den Stadtvorstand wechselte. Damals wollte man sie haben - heute lässt man sie fallen.

Obwohl es völlig offensichtlich ist, dass die CDU die Dezernentin Christiane Horsch für einen sinkenden Stern gehalten hat, beharren die von Thomas Albrecht repräsentierten Christdemokraten darauf, stets zu 100 Prozent hinter ihr gestanden zu haben. Dabei ist das Argument, man wolle den neuen Dezernenten streng nach Kompetenz auswählen, eine Selbstverständlichkeit und damit ein reines Alibi. Die CDU hat das Recht, zu dem Schluss zu kommen, Christiane Horsch sei als Dezernentin nicht mehr tragbar. Das sind die Härten der Politik. Es ist aber paradox, im Sinne eines harmonischen Gesamtbildes eine nicht vorhandene Unterstützung zu signalisieren. Wenn eine Fraktion oder Partei einen Polit-Protagonisten loswerden will, muss sie auch nach außen dazu stehen. Alles andere schadet der Glaubwürdigkeit enorm. j.pistorius@volksfreund.de