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Später Protest gegen die schmalere Straße

Später Protest gegen die schmalere Straße

In Welschbillig geht der von vielen Bürgern befürwortete Ausbau der B 422 seinem Ende entgegen. In Kordel gibt es hingegen Widerstand gegen den Ausbau dieser Straße, die dort Welschbilliger Straße und Bahnhofsstraße heißt.

Kordel Die Bundesstraße 422 hat trotz ihrer nur 13 Kilometer Länge für Welschbillig, Kordel und Trier-Ehrang eine große Bedeutung. Und so war die Verlegung der Straße in Ehrang für die Bürger vor Ort ein ähnlich dickes Ding, wie der Ausbau der Ortsdurchfahrt Welschbillig (siehe Info) es derzeit ist und der Ausbau in Kordel werden soll. Dort gibt es nun massive Proteste. Der Plan: Der Landesbetrieb Mobilität möchte auf 600 Metern zwischen dem Ortseingang aus Richtung Welschbillig und dem Bahnübergang die Fahrbahn von bisher rund acht auf eine Breite von sechs Metern zurückbauen. Nach Auskunft von Hans-Michael Bartnick, Pressesprecher des LBM Trier, sei die neue Fahrbahnbreite wegen der Verkehrsbelastung in Höhe von rund 2700 Fahrzeugen (darunter 80 LKW) täglich "vollkommen ausreichend." Es sei auch darum gegangen, eine sinnvolle Raumaufteilung zu finden, "die die Ortslage aufwertet und der reellen Nutzung entspricht." Derzeit parkten Anwohner teils halb auf dem Gehweg, halb auf der Fahrbahn oder ganz auf der Fahrbahn. Künftig soll es Platz für Parkplätze am Straßenrand und Verschwenkungen mit Grünflächen geben. Laut Bartnick könnten die Arbeiten 2018 beginnen. Der Widerstand: Michael Backes hatte sich bereits bei der Organisation des Bürgerbegehrens zur Windkraft in seiner Gemeinde engagiert. Backes sagt, dass Bürger auf ihn zugekommen seien mit der Bitte, ein Bürgerbegehren gegen den Ausbau der B 422 zu organisieren. Als Gründe nennt er drei Punkte: So müssten alle Kordeler über die sogenannten Wiederkehrenden Beiträge (siehe untenstehenden Text) einen Teil der Kosten tragen. Durch den Umbau reduziere sich seiner Meinung nach im Vergleich mit der aktuellen Lage die Zahl der Parkplätze. Zudem gebe es die Befürchtung, dass alle Straßen des Dorfes künftig weniger repariert und mehr saniert werden. Die so entstehenden Ausbaukosten würden dann auf die Bürger umgelegt. Im Internet gibt es inzwischen eine Seite ( <%LINK auto="true" href="http://acc142.etis-gmbh.eu/?page_id=2" text="acc142.etis-gmbh.eu/?page_id=2" class="more"%> ), auf der sich Bürger zu zahlende Beiträge selber ausrechnen können und wo vor horrenden Kosten gewarnt wird. Eine Mehrheit im Gemeinderat hat dem Ausbau inzwischen zugestimmt. Ähnlich wie bei der Windkraft kann sich die CDU anders als SPD und Freie Wähler vorstellen, den Ausbau zum Thema eines Bürgerbegehrens zu machen. Dazu sind Unterschriften von neun Prozent der wahlberechtigten Bürger nötig. Nach Auskunft von Michael Backes sind dies für Kordel rund 180.Die Historie: Bereits Ende 2014 sprach sich der Gemeinderat in einer Grundsatzentscheidung einstimmig für den Ausbau aus. Der LBM stellte im November 2016 die Planung vor. Dazu sagt Ortsbürgermeister Medard Roth, dass Bürgern im Rahmen dieser Veranstaltung Gelegenheit gegeben worden sei, Wünsche und Verbesserungsvorschläge einzubringen. 110 Interessierte hatten laut Roth an der Versammlung teilgenommen. Im Nachgang hätten ein Bürger schriftlich und drei Bürger mündlich ihre Anregungen vorgebracht. Vor diesem Hintergrund sei es "nicht nachvollziehbar, dass umittelbar vor Abschluss der umfangreichen Planungen und vor dem Beginn der Umsetzung ein Bürgerbegehren gegen die Ausführungsplanung initiiert werden soll." Und dies, obwohl die Ortsgemeinde Kordel offen und transparent ihre Beschlüsse gefasst und Bürgern ausreichend Gelegenheit gegeben habe, sich an der Entwicklung zu beteiligen. KommentarMeinung

Bitte ohne AngstEs ist gut, wenn sich Bürger für ihre Gemeinden interessieren und sich aktiv in Entscheidungsprozesse einbringen. Das gilt auch bei der Umgestaltung von rund 600 Metern Ortsdurchfahrt in Kordel. Dieses Thema wird seit Ende 2014 diskutiert. Und nun, wo alle Fragen geklärt schienen, soll ein Bürgerbegehren die ganze Sache wieder kippen. Das Ansinnen mag legitim sein, hat jedoch einen faden Beigeschmack. Nicht alleine wegen des späten Zeitpunkts. Denn offensichtlich soll sich Geschichte wiederholen. Bereits bei den Windkraftplänen der Ortsgemeinde war es die CDU, die im Gemeinderat mit ihrer Haltung nur wenig zu melden hatte und der ein Bürgerbegehren ins Konzept passte, um so doch noch zu obsiegen. Offenbar soll das in Sachen Straßenbau ähnlich laufen. Beim Grundsatzbeschluss für den Straßenbau war die CDU noch mit im Boot. Und nun soll alles anders sein und es wird ein Bürgerbegehren begrüßt. Zudem mag es sein, dass der Initiator des neuerlichen Begehrens aufgrund früherer Auseinandersetzungen um die DLRG-Ortsgruppe dem Ortsbürgermeister möglicherweise nicht wohlgesonnen ist. Alles geschenkt. Nicht in Ordnung ist es jedoch, wenn mit einem Beitragsrechner Stimmung gemacht wird, der einen falschen und zu hohen Ausgangswert hat, und wenn mal schnell eben von zu zahlenden Beiträgen in Höhe eines Urlaubsgelds die Rede ist. Dann setzt man auf die Angst der Leute, um Politik zu machen. Und das ist nicht akzeptabel. h.jansen@volksfreund.deExtra: AB DEM HERBST WIEDER FREIE FAHRT IN WELSCHBILLIG

Nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität werden die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Welschbillig im Zuge der B 422 voraussichtlich Ende September beendet. Zurzeit wird im vorletzten Abschnitt zwischen Kindergarten und Boemundstraße gearbeitet. Anschließend erfolgt der letzte Abschnitt mit einer Länge von rund 120 Metern zwischen Boemundstraße und Ausbauende in Richtung Helenenberg.