Unermüdlicher Helfer

Der Trierer Arzt und Medizin-Walther Heiss feierte gestern seinen 75. Geburtstag. Er machte in den vergangenen Jahren nach Ende seiner Tätigkeit als Chefarzt im Mutterhaus durch umfangreiche Hilfsaktionen in Afrika auf sich aufmerksam.

Trier. (DiL) So ganz genau weiß Walther Heiss inzwischen vielleicht nicht mehr, wo seine Heimat ist: In Bayern, wo er 1932 zur Welt kam, die Schule besuchte, studierte und eine vielversprechende akademische Karriere startete. Oder in Trier, wo der Kinderchirurg ab Mitte der Siebziger Jahre als Chefarzt arbeitete, zunächst in der Kinderklinik St. Katharinen und nach deren Übernahme dann im Mutterhaus. Oder bei den Massai in Afrika, denen er seit 15 Jahren bei monatelangen Aufenthalten seine ganze Energie widmet.Walther Heiss ist keiner von der Sorte, die Gutes aus der Ferne tun. Die Spenden sammeln, Vorträge über die dritte Welt halten, politische Initiativen starten. Wenn er von Helfen redet, dann meint er es sehr persönlich. So war es auch 1991, als er aus dem Mutterhaus ausschied - keineswegs in Frieden, wie er offen zugibt, sondern im Ärger über das, was er "kurzsichtige Personal- und Materialkürzungen zu Lasten der kleinen Patienten" nennt.Damals, er wurde gerade erst 60, kam er über einen "Senior Expert Service" zu den "Fliegenden Ärzten", die sich in Somalia, Tansania und Kenia um Patienten in den entlegensten Gebieten der Massai-Steppe kümmerten. Das richtige Betätigungsfeld für den gelernten Motorflieger. Mehrere Monate in Afrika

Ereignisse wie der Krieg in Ruanda bewogen ihn, sich noch intensiver seinen Einsätzen zu widmen. Gemeinsam mit seiner Frau Renata baute er den von Trier aus agierenden Verein "Afrikanische Kinder in Not" auf und startete zunehmend eigene Initiativen. Seither ist das Ehepaar Heiss Jahr für Jahr mehrere Monate in Afrika unterwegs, hilft beim Bau von Schulen und Kindergärten, initiiert und fördert Behindertenwerkstätten und Krankenstationen, gründet Heime für Behinderte und Straßenkinder, unterstützt Ausbildungs-Initiativen und kümmert sich um Kleinkredite für Existenzgründungen. Dazu kommen immer wieder ärztliche Betreuungseinsätze. Wo Walther Heiss unterwegs ist, gibt es in der Regel keine netten Hotels mit mitteleuropäischem Standard. Sich mit 75 weiterhin dem Klima und den Lebensbedingungen der afrikanischen Steppe auszusetzen, ist eine Leistung, die vielfältig anerkannt wird. Nicht nur mit dem Bundesverdienstkreuz, das ihm und seiner Frau verliehen wurde. Sonder auch mit der Ernennung zum Ehrenhäuptling der Massai von Kiti-Engara, Enkesumet und Namalulu. Wer an der Arbeit von Walther Heiss teilhaben will, braucht nur die Webseite www.Afrika-hilfe.de aufzusuchen. Da ist Jahr für Jahr akribisch dokumentiert, was mit den Spendengeldern passiert, die auf dem Konto 3009 809 014 bei der Pax-Bank eingehen.