Vielversprechende Aussichten

750 000 Übernachtungen auch ohne ADAC-Rallye und Antikenfestspiele - Triers Tourismus-Bilanz 2009 fällt blitzsauber aus. 2010 wird's noch besser, vermuten Experten. Darüber dürften sich auch die Einheimischen freuen.

Trier. Der wichtigste Gradmesser für den Erfolg der Tourismus-Metropole Trier ist die Zahl der Übernachtungen. Und die erreichte 2009 aller negativer Vorzeichen zum Trotz dieselbe Marke wie im Jahr davor: 750 000 - trotz Wirtschaftskrise, trotz pausierender ADAC-Deutschland-Rallye und trotz abgeblasener Antikenfestspiele.

"Wir konnten unseren Spitzenplatz unter den rheinland-pfälzischen Großstädten behaupten", sagt Tourismus-Chef Hans-Albert Becker (54) und freut sich darüber, den Dauer-Konkurrenten Mainz bereits zum dritten Mal in Folge überflügelt zu haben. "Das könnten wir 2010 wieder hinbekommen. Ich bin da sehr optimistisch."

Beckers "ausgesprochen gutes Gefühl" basiert nicht zuletzt auf der Rückkehr von Großereignissen in den Veranstaltungskalender. Die Antikenfestspiele gehen vom 26. Juni bis 18. Juli vorwiegend im Amphitheater über die Bühne. Der Motorsport-Zirkus mit den weltbesten Rallye-Piloten macht vom 19. bis 22. August in und um Trier Station (inklusive Circus-Maximus-Rundkurs in der Altstadt) und kollidiert erfreulicherweise nicht mit dem Römerfestival "Brot & Spiele", das am Wochenende vorher stattfindet. Da jubelt die Hotellerie, denn alleine schon die zugkräftige Rallye garantiert für volle Häuser in Stadt und Umland.

An die positive Entwicklung des vergangenen Jahres wollen die Veranstalter der drei großen Volksfeste anknüpfen. Altstadtfest (25. bis 27. Juni), Moselfest in Zurlauben (9. bis 12. Juli) und Trierer Weinfest in Olewig (30. Juli bis 2. August) werden wie gehabt im Zeichen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen stehen.

Wer Alkohol mit sich führt oder sich aggressiv verhält, bleibt draußen. Zudem sollen Zugangskontrollen und Präsenz von Security-Personal in den Festzonen das Übermaß an Glasbruch und Krakeelerei verhindern, das in den vorangegangenen Jahren vielen Menschen den Festbesuch verleidet hat. 2009 hatte die Gemütlichkeit wieder eine Chance.

Auch Freunde von Open-Air-Konzerten dürfen sich freuen. Veranstalter Ingo Popp (47) kündigt neben dem Gastspiel der Band Silbermond am 1. August im Amphitheater "ein bis zwei weitere Konzerte" in der Römerarena an. Namen will er derzeit nicht nennen: "Die Verhandlungen laufen noch."

Außerdem liebäugelt Popp damit, nach dreijähriger Abstinenz doch wieder Konzerte in den Kaiserthermen zu veranstalten - was er nach finanziellen Misserfolgen 2007 (unter anderem mit Alan Parson's Project und Ezio) für alle Zeiten kategorisch ausgeschlossen hatte. Nun schwebt ihm "eine Reihe von fünf oder sechs Veranstaltungen in der ersten oder zweiten September-Woche" vor. Mit dem Land als "Hausherrn" will er in den nächsten Wochen Gespräche führen.

Weihnachtsmarkt-Organisatorin Angela Bruch (39) stellt sich derweil die bange Frage, ob sich "ein so bescheidenes Wetter wie im Advent 2009" in diesem Jahr wiederholen kann: "Die ersten drei Wochen hat's nur geregnet, dann war es eine Woche lang viel zu kalt." Immerhin: Die Umsatz-Bilanz stimmt sie "nicht unzufrieden. Es hätte schlimmer kommen", sagt Angela Bruch. Schon jetzt steht fest: Auch die 31. Weihnachtsmarkt-Auflage (22. November bis 22. Dezember) wird einen erheblichen Beitrag zu Triers Übernachtungs-Bilanz 2010 leisten. Die ersten internationalen Gäste - eine isländische Reisegruppe, die im Hotel Deutscher Hof logieren wird - haben bereits vor Monaten ihre Zimmer gebucht.

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