Vom Stromfresser zum Vorzeigeprojekt

Vom Stromfresser zum Vorzeigeprojekt

Die Stadtwerke Trier erhalten den Innovationspreis des Verbands kommunale Unternehmen (VKU).

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Jörg Pistorius Trier (red) Wie wird man vom Stromfresser zum Vorzeigeprojekt? "Die Stadtwerke Trier haben das vorgemacht und werden ab diesem Frühjahr ihren gesamten Strom selbst produzieren. Das ist eine große Innovation", kommentiert Laudator Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, die Auszeichnung des SWT-Projekts "Energieautarkes Klärwerk" mit dem VKU-Innovationspreis 2017 in der Kategorie "Kommunale Wasser-Abwasserwirtschaft. Der Preis wurde am 14. März in Berlin übergeben.
"Die SWT nutzen die Digitalisierung, um ihre Kompetenzen als Infrastruktur- und Energiedienstleister zu vernetzen. Die Bürger profitieren von stabileren Gebühren und höherer Betriebssicherheit", sagt Triers Oberbürgermeister und SWT-Verwaltungsratsvorsitzender Wolfram Leibe (SPD). Im Rahmen des Projekts haben die SWT alle Stromverbraucher im Klärwerk im Rahmen einer Effizienzoffensive auf den Prüfstand gestellt. Durch neue technische Komponenten und angepasste Reinigungsprozesse wurde der Energieverbrauch der Anlage von knapp vier auf drei Millionen Kilowattstunden reduziert.
Parallel dazu haben die Stadtwerke in einem sparten- und bereichsübergreifenden Projekt die Energieerzeugung im Klärwerk ausgebaut: "Durch ein zweites zusätzliches Klärgas, PV-Anlagen auf den Betriebsgebäuden und eine Turbine im Ablauf der Anlage erzeugen wir inzwischen mehr Strom auf dem Gelände des Klärwerks, als vor Ort verbraucht wird", erläutert SWT-Technikvorstand Arndt Müller.
Den Abgleich von Erzeugung und Verbrauch regelt das Team des Klärwerks seit Anfang 2017 automatisch in Echtzeit - durch ein künstliches neuronales Netz. "Mit dieser innovativen Software stellen die Stadtwerke den energieautarken Betrieb der Anlage sicher. So können wir zukünftig auch den benachbarten Energie- und Technikpark mit Energie aus dem Klärwerk versorgen", so Müller abschließend.