Wenn die Feste so fallen, wie man sie feiern möchte

Wenn die Feste so fallen, wie man sie feiern möchte

Fischers Maathes und Johannes Leidner, zwei Trierer Originale, die am Heuschreckbrunnen verewigt sind, würden diesen April 193 und 188 Jahre alt. Die Karnevalsgesellschaft Heuschreck gibt es seit 167 Jahren. Wer verstehen möchte, warum diese krummen Zahlen Anlass für ein Fest am Heuschreckbrunnen waren, muss ziemlich querdenken.

Trier. Die Karnevalsgesellschaft Heuschreck macht nach dem Ende der Session einfach weiter und sorgt mit viel Kreativität dafür, dass Feste so fallen, wie man sie feiern möchte. So kamen ihre Mitglieder am Freitagabend bei einem Glas Wein am Heuschreckbrunnen zusammen, um zwei Männern zu gedenken, denen die Karnevalsgesellschaft mit dem Heuschreckbrunnen am Ende der Fleischstraße ein Denkmal gesetzt hat."Karnevalisten sind Querdenker"


Auf dem Brunnen thronen als Steinfiguren Mathias Fischer und Johannes Leidner, in Trier besser bekannt als Fischers Maathes und Wichshänschen. Beide hätten im April ihren Geburtstag gefeiert: Fischers Maathes seinen 193., Wichshänschen wäre 188 Jahre alt geworden. Dagegen ist die KG Heuschreck mit ihren 167 Jahren sogar noch relativ jung. Die Quersummen der beiden Geburtstage und des Jubiläums ergeben zusammen die karnevalistische Zahl 44. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Allzu ernst solle man diese Rechnung aber nicht nehmen, sagt indes Hans-Georg Becker, der Chef des Elferrats der KG Heuschreck. "Karnevalisten sind eben Querdenker. Nicht zu verwechseln mit Querköpfen!"
Zum quer gedachten Anlass schaute auch der neue Oberbürgermeister Wolfram Leibe bei den Karnevalisten vorbei. Der Brunnen sei für dieses Zusammentreffen genau der richtige Ort, sagte Becker: "Nirgendwo haben wir die Möglichkeit, den neuen Oberbürgermeister so authentisch zu begrüßen, wie hier an unserem Brunnen." Die Karnevalisten überreichten Leibe eine Tontafel, auf der der Heuschreckbrunnen abgebildet ist.
Zu einem neuen Grund zu feiern könnte die Überlegung führen, die Ober-Elferrat Becker am Freitag in den Raum stellte: Fischers Maathes habe seinerzeit der KG Heuschreck angehört. Vielleicht könne man das Trierer Original ja posthum noch in den Elferrat befördern. lekr

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