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Trierer Waldpänz kurz vor dem Ziel

Trier. Grünes Licht für den Waldkindergarten: Das Projekt des Vereins Waldpänz ist bereits fester Bestandteil des Kita-Bedarfsplans 2013. Stimmt der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung dem Investitionsplan zu, könnte das neue Betreuungsangebot für Zwei- bis Sechsjährige im Sommer Realität werden. Mechthild Schneiders

Trier. Eigentlich sollte er schon direkt neben dem ehemaligen Sportjugendheim im Weißhauswald stehen. Doch die Grippewelle hat wohl auch die Handwerker erfasst, so dass sich der Umbau des Zirkuswagens für den Waldkindergarten etwas verzögert.
Bereits Ende 2010 hatte der Verein Waldpänz seine Initiative für den Waldkindergarten gestartet. Im November 2012 war die erste Hürde genommen: Die Kita in Trägerschaft des Vereins steht mit 18 Plätzen im Kindertagesstättenbedarfsplan 2013 der Stadt Trier. Wenn der Stadtrat heute die Investitionskostenförderung bewilligt, sagt Ingo Langner, erster Vorsitzender des Vereins, könne die Waldkita am 1. Juni in Betrieb gehen.
"Am Donnerstag ist der Termin, auf den wir heiß sind", sagt Katja Siebert-Schmitt, Initiatorin des Vereins Waldpänz, der den Waldkindergarten betreiben wird. "Danach können wir die Dinge, die wir geplant haben, in Auftrag geben."
Bislang gab es Verzögerungen: Die im Mai 2011 vom Verein beantragte Genehmigung für den Wagen hat die städtische Bauaufsicht wegen einiger Mängel, etwa beim Sicherheitskonzept, abgelehnt. Eine Lösung schien durch die Nutzung des Sportjugendheims möglich, doch das stellte sich bei einer Besichtigung als unbewohnbar heraus. "Das ist jetzt vom Tisch. Eine Sanierung ist zu teuer und zu aufwendig", bestätigt Siebert-Schmitt. Nun ist der Bau einer 37 Quadratmeter großen Holzhütte auf dem städtischen Gelände geplant. Sie bietet einen Schutz- und Ruheraum mit Teeküche auf 27,5 Quadratmetern Fläche sowie Toiletten für die 18 Kinder ab zwei Jahren sowie für die Erzieher und wird mit einem Ofen geheizt.
"Das ist eine absolute Ausnahme", sagt Siebert-Schmitt. Zum Konzept eines Waldkindergartens gehöre eigentlich ein Wagen, der nur bei extremer Witterung als Schutzraum diene. Wegen unzureichenden Brandschutzes baute der Verein sogar eine zweite Fluchttür in ihren Zirkuswagen ein. Doch auch das genügte den Verantwortlichen nicht - der 26 Quadratmeter große Hänger wird nun als Lagerfläche und Umkleide genutzt.
Die Kosten für den Bau der Holzhütte, der sanitären Anlagen und für die Strom- und Wasserversorgung belaufen sich auf etwa 223 000 Euro. 200 700 Euro kommen aus dem Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2013-2014" von Bund und Land, das neue Kitaplätze in Höhe von 90 Prozent bezuschusst. Die restlichen 23 000 Euro will die Stadt als Zuschuss gewähren.
Die Stadt übernimmt ebenfalls die Personalkosten. "Wir haben 2,75 Stellen für unsere 18 Plätze bewilligt bekommen", sagt Siebert-Schmitt. Die künftigen Erzieher seien bereits im Boot, das Bewerbungsverfahren war im Dezember abgeschlossen. "Wir haben ein sehr engagiertes Team." Und das soll bis zum kommenden Winter eingespielt sein.
"Es war ein steiniger Weg", resümiert Langner. "Wenn der Stadtrat unserem Vorhaben zustimmt, arbeiten wir darauf hin, dass das Bauamt die Hütte bewilligt." Langner rechnet mit einer Bauzeit von drei Monaten, dann könnten die erste Waldkinder Triers am 1. Juni in ihre neue Kita einziehen.
Kontakt und weitere Infos:
E-Mail an info@waldpaenz.de, im Internet: www.waldpaenz.de
Extra

Etwas Bauchweh hatten die Mitglieder des Ortsbeirats Trier-West-Pallien schon, als sie einstimmig für die Errichtung des Waldkindergartens im Weißhauswald votierten. Nicht, weil ihnen das Konzept nicht zusagt. Dies haben sie bereits befürwortet. "Das ist eine Bereicherung für unseren Stadtteil", betonte Ortsvorsteher Horst Erasmy. Es sind die Kosten in Höhe von 223 000 Euro, die ihnen Kopfzerbrechen bereiten. "Man hatte es uns als kostenneutrales Projekt verkauft", sagt Stadtratsmitglied Jörg Reifenberg (CDU). "Wir haben mit einem Bauwagen gerechnet, jetzt verlangt die Verwaltung eine Holzhütte. Das ist ärgerlich." Zumal das Geld nun an anderer Stelle fehle. mehi