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Verkehr
Weniger Unfälle, aber mehr Fahrer hauen ab

FOTO: TV / Klaus Kimmling
Trier/Schweich. Die Polizei ist besorgt über die Zunahme der Unfallflucht. Doch jeder zweite Geflüchtete wird später ertappt, wie die Statistik zeigt. Von Albert Follmann
Albert Follmann

  Zu hohe Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand zum Vordermann – das sind die häufigsten Unfallursachen. Was die Geschwindigkeit angeht, da zeigen offenbar die seit 2016 verstärkt in Trier eingesetzten Blitzer Wirkung. Denn seit dieser Zeit ist die Zahl der Unfälle rückläufig. 2017, so weist die Statistik der Polizeiinspektion (PI) Trier aus, gab es 4188 Unfälle. Das sind 75 weniger als 2016 und 226 weniger als 2015.

Die Polizeiinspektion Trier ist zuständig für das Stadtgebiet von Trier ohne die östlichen Stadtteile, für einige Sauergemeinden, den Ort Trierweiler und große Teile der Verbandsgemeinde Ruwer.

Im Zuständigkeitsbereich der PI Schweich (Verbandsgemeinde Schweich, Trier-Ehrang, Pfalzel, Biewer, Ruwer und Teile der Verbandsgemeinden Ruwer und Trier-Land) kracht es hingegen von Jahr zu Jahr mehr. 1295 Unfälle gab es 2017, davon 363 in Ehrang, Quint, Pfalzel, Biewer und Ruwer. Das sind 151 Unfälle mehr als 2016.

Weniger Verletzte Die gute Nachricht ist: Es kamen weniger Menschen zu Schaden. Es gab „nur” 147 Verletzte im Bezirk der PI Schweich, das sind 46 weniger als 2016. 149 Personen wurden leicht verletzt, 45 schwer. Ein Verkehrsteilnehmer wurde getötet. Das war ein Radfahrer, der ohne Fremdverschulden auf einem Radweg gestürzt war.

Auch im Zuständigkeitsbereich der PI Trier waren 2017 weniger Verletzte zu beklagen. Bei 446 Unfällen kamen Menschen zu Schaden, 41 weniger als 2016. 92 Personen wurden schwer verletzt, 481 leicht. Einen tödlichen Unfall gab es nicht.

Unfallflucht bereitet Sorge Laut Polizei ergreifen immer mehr Unfallverursacher die Flucht. In 299 Fällen wollten sich 2017 Kraftfahrer im Trierer Umland der Verantwortung entziehen und haben nach einem Unfall das Weite gesucht. Das sind 24 Fälle mehr als 2016. Allerdings konnten auch 143 Flüchtige dank aufmerksamer Zeugen ermittelt werden, also immerhin fast jeder zweite. Eine ähnliche Aufklärungsquote hat auch die PI Trier aufzuweisen. 991 Kraftfahrer sind 2017 nach einem Unfall weggefahren, 55 mehr als 2016. Aufklärungsquote: 47 Prozent.

Unfälle mit Kindern Zwölf Unfälle mit Kindern registrierte die PI Schweich im vergangenen Jahr. Das sind vier weniger als 2016. Sechs Kinder wurden leicht verletzt, drei als Mitfahrer im Auto, zwei verunglückten mit dem Rad, eines als Fußgänger. Im Bereich der PI Trier gab es 58 Unfälle mit Beteiligung von Kindern. Hierbei wurden 47 Kinder verletzt. Alleine 30 Jungen und Mädchen wurden verletzt, weil sie als Mitfahrer in einem Fahrzeug saßen, das in einen Unfall verwickelt wurde. Sieben Kinder wurden als Fußgänger verletzt, acht als Radfahrer, zwei, als sie mit Skateboard und Cityroller unterwegs waren.

Unfälle mit Fahranfängern Als besonders gefährdet stuft die Polizei Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ein. Sie waren für 360 Unfälle im Umland von Trier verantwortlich (plus fünf Prozent). Das sind 22 Prozent aller Unfälle. Zu hohe Geschwindigkeit war die häufigste Unfallursache bei den jungen Autofahrern, gefolgt von Missachtung der Vorfahrt. In sechs Fällen war Alkohol im Spiel.

Leicht angestiegen ist die Zahl der Unfälle mit Fahranfängern auch im Stadtgebiet von Trier. 1062 Mal rückten die Beamten zu solchen Unfällen aus. Hierbei wurden insgesamt 140 Personen verletzt. Bei 99 Unfällen waren Alhohol, Drogen oder Medikamente im Spiel.

Unfälle mit Senioren Führen bei den jungen Kraftfahrern oft fehlende Praxis, Selbstüberschätzung und Übermut zu Unfällen, zeigen sich bei Senioren häufig Defizite bei kniffligeren Fahrsituationen wie Ein- und Ausparken. Bei 119 Verkehrsunfällen im Bereich der PI Schweich waren Personen über 75 Jahre beteiligt, in 84 Fällen waren sie die Hauptverursacher. Doch Alter schützt vor Torheit nicht: 17 Mal seien die Senioren geflüchtet, teilt die Polizei mit.

Unfälle mit dem Rad Leicht rückläufig sind in Trier die Fahrradunfälle. Bei insgesamt 134 Unfällen gab es 105 Verletzte. Hauptursachen waren die Benutzung falscher Fahbahnen (Gehwege) und das falsche Einfahren in den fließenden Verkehr.


Immer mehr Wildunfälle Die Unfälle mit Wild (Kollision oder Ausweichmanöver) nehmen kontinuierlich zu. Gab es im Jahr 2016 im Umland der Stadt Trier bereits einen Anstieg um elf Prozent auf 425 Unfälle, so stieg die Zahl im Jahr 2017 erneut stark, und zwar auf 510. Laut Polizei blieb es dabei  meist bei Sachschäden.

Dennoch bittet sie die Autofahrer eindringlich, bei Überlandfahrten oder in Waldgebieten das Tempo auf 60 bis 70 Stundenkilometer zu drosseln. Fahren auf Sicht heißt die Devise, damit man noch rechtzeitig bremsen kann, wenn das Wild im Kegel des Abblendlichts auftaucht.