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Denkmalpflege
Franz Weißebach hat seinen Riecher wieder

Das Comeback des guten Riechers: Steinmetz und Restaurator Stefan Raquet befestigt die abgebrochene Nase des Franz-Weißebach-Reliefs an der mittelalterlichen Stadtmauer im Palastgarten.
Das Comeback des guten Riechers: Steinmetz und Restaurator Stefan Raquet befestigt die abgebrochene Nase des Franz-Weißebach-Reliefs an der mittelalterlichen Stadtmauer im Palastgarten. FOTO: TV / Roland Morgen
Roland Morgen

Operation gelungen, Patient wieder komplett: Franz Weißebach (1860-1925) hat seine Nase zurückbekommen. Steinmetz und Restaurator Stefan Raquet hat den abgebrochenen und zeitweilig verschollen geglaubten Riecher am Freitagmorgen befestigt. Nun präsentiert sich die Gedenktafel aus Muschelkalk mit dem Gesichtsrelief des legendären und schalkhaften Palastgarten-Stifters wieder wie gewohnt.

Entgegen ersten Vermutungen war die Nase nicht, wie 1994 der Fall, abgeschlagen und zerstört  worden. Die 1996 gefertigte Kopie ist wohl „von selbst“ heruntergefallen. Eine Triererin hat das gute Stück auf dem Boden liegend gefunden und bei der städtischen Denkmalpflege abgegeben. In deren Auftrag ist Raquet nun zu Werke gegangen. Den Riecher hat er mit einem Edelstahldübel und Fixierkleber befestigt: „Er dürfte nun dauerhaft halten.“

Raquets Honorarwunsch: „Eine gute Flasche Wein. Riesling und trocken. Es muss ja nicht unbedingt einer von Othegraven sein ...“ Was aber dennoch passend wäre. Weißebach war Mitbesitzer des Kanzemer Weingutes, das heute seinem Ur-Urgroßneffen Günther Jauch gehört.