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Verkehr
Nerven der Autofahrer werden länger strapaziert

Die Sanierung der Brücke am Verteilerkreis wird kein Pappenstiel: Auf zwei Jahre sind die Arbeiten angelegt, mit großen Behinderungen muss gerechnet werden.
Die Sanierung der Brücke am Verteilerkreis wird kein Pappenstiel: Auf zwei Jahre sind die Arbeiten angelegt, mit großen Behinderungen muss gerechnet werden. FOTO: TV / Albert Follmann
Trier. Die Ehranger Brücke wird frühestens 2021 saniert. Vorher soll noch die Überführung der A 602 am Verteilerkreis Trier instandgesetzt werden – zum Leidwesen vieler Pendler.
Albert Follmann

Welche Folgen es haben kann, wenn ein wichtiges Straßenbauwerk saniert wird, das erleben derzeit viele Luxemburg-Pendler auf der Sauertalbrücke der A 64. Die baustellenbedingte Reduzierung der Fahrspuren verursacht vor allem morgens und abends im Berufsverkehr Staus und sorgt damit für viel Unmut und Ärger. Viele Autofahrer, die hier im Stau stehen, denken wohl schon mit Grauen an die Zeit, wenn die Ehranger Moselbrücke saniert wird.

Moselbrücke Trier-Ehrang Diese wichtige Nord-Süd-Verbindung wird täglich von etwa 35 000 Fahrzeugen befahren. Gegen die in Eh­rang vorgesehene Sanierungszeit von drei Jahren sind die mehrwöchigen Arbeiten an der Sauertalbrücke geradezu ein Klacks.

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2spx86 FOTO: TV / Wilbert, Bianca

Allerdings wird sich die ursprünglich ab 2019 vorgesehene Generalsanierung der 50 Jahre alten Ehranger Moselbrücke verzögern. Wie das Autobahnamt Montabaur auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt,  werden die Arbeiten voraussichtlich auf die Jahre ab 2021 verschoben. Vor dem Hintergrund, dass die Ehranger Brücke mittelfristig durch einen Neubau ersetzt wird (angedacht hatte der Landesbetrieb Mobilität, LBM, das Jahr 2030), sollen bis dahin nur noch Arbeiten ausgeführt werden, die für die Erhaltung der Verkehrssicherheit unerlässlich sind. Das sind beispielsweise Eingriffe an beiden Uferseiten der Brücke und im Bereich des Mittelpfeilers auf der Insel Hahnenwehr. Hierzu müssten Baustellen mit eingeschränkter Verkehrsführung eingerichtet werden, kündigt Ulrich Neuroth, Leiter des LBM Montabaur, an.

Im Sommer oder Herbst dieses Jahres soll als vorgezogene Sanierungsmaßnahme ein Lager am Mittelpfeiler der mehr als 500 Meter langen Ehranger Brücke ausgetauscht werden. Diese Arbeiten können laut Neuroth voraussichtlich ohne oder mit nur kurzen Eingriffen in der Verkehr auf der Brücke stattfinden. Ohne Behinderungen seien auch Arbeiten unterhalb der Brücke, am so genannten Stahlüberbau, möglich.

Für den zeitlichen Aufschub von zwei oder mehr Jahren an der Ehranger Brücke sind nach Auskunft des LBM zwei Dinge verantwortlich: Zum einen sei das Bauwerk in einem besseren Zustand als ursprünglich befürchtet. Das habe sich bei Probeuntersuchungen an der Brückenunterseite am Ehranger Ufer herausgestellt. Zum anderen gebe es eine Brücke, die noch dringender instandgesetzt werden müsse als die in Ehrang: die Stadteinfahrt am Verteilerkreis Trier-Nord (A 602). Beide Projekte müssten wegen der zu erwartenden Beeinträchtigugen für den Verkehr zeitlich entkoppelt werden, so der LBM.

Brücke am Verteilerkreis Hier rechnet die Straßenbehörde mit einer Gesamtbauzeit von zwei Jahren. Zu Ablauf und Zeitschiene könnten jedoch noch keine gesicherten Angaben gemacht werden. Die erste Bauphase beginne frühestens 2019/2020. Nach einer Winterpause starte Phase zwei. Die besondere Brisanz dieser Baustelle besteht laut LBM darin, dass von vier Fahrstreifen voraussichtlich nur zwei zur Verfügung stehen werden. Am Bauwerk werden die Widerlager auf Trierer Seite komplett erneuert und die Unterseiten der beiden Überbauten instandgesetzt. Ferner wird an den Fahrbahnbelägen gearbeitet.

Biewerbachtalbrücke Ähnlich wie bei der Moselbrücke Trier-Ehrang gibt es auch beim geplanten Ausbau der Biewerbachtalbrücke (A 64/B 52) Verzögerungen. Die Komplettierung der in den siebziger Jahren nur „halb” errichteten Brücke gestaltet sich nach Auskunft von LBM-Chef Ulrich Neuroth schwieriger als erwartet. Das Baurecht sei nicht mehr kurzfristig über ein sogenanntes Abstimmungsverfahren als Ergänzung zum Planfeststellungsbeschluss von 1977 zu erreichen. Neue statische Untersuchungen zeigten, dass die vorhandenen Widerlager nicht für die zweite Brückenhälfte benutzt werden können.

Aufgrund höherer anzusetzender Wind- und Verkehrslasten sowie angepassten Richtlinien müssten neue Fundamente und neue, breitere Widerlager gebaut werden. Der Einsatz von schwerem Gerät sei auch nicht mehr mit den bislang getroffenen naturschutzrechtlichen Abstimmungen vereinbar. Kurzum: Der ursprünglich anvisierte Baubeginn 2019 wird wohl nicht mehr zu halten sein. Man arbeite jedoch weiterhin mit Hochdruck an einer raschen Realisierung, teilt der Chef des Autobahnamts Montabaur mit.