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Auf der Suche nach dem richtigen Beruf

Auf der Suche nach dem richtigen Beruf

DAUN. (red) 83 Schüler der Hauptschule Daun haben für zwei Wochen ein Betriebspraktikum gemacht. 50 Prozent der Neuntklässler wollen die eingeschlagene Richtung weiterverfolgen.

Traumberuf Elektroinstallateur: Für Thomas Becker hat das Praktikum die beruflichen Vorstellungen verfestigt. Auch Katja Koch, die in den Alltag einer Postverkehrsfrau schnuppern durfte, würde gerne eine solche Ausbildung machen. Wie diesen beiden geht es vielen Jugendlichen der Hauptschule (HS) Daun. Einige von ihnen haben ihre Lehrstelle sogar schon so gut wie in der Tasche. Für Stefan Talmann ist nach der Zeit in der integrativen Kindertagesstätte Daun klar: Nach dem 10. Schuljahr will er eine Laufbahn als Erzieher einschlagen. Anders die Erfahrung von Sandra Poschen: Sie hat ihr Praktikum in einem Friseursalon absolviert und dabei festgestellt, dass sie doch lieber eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau machen möchte. "Gute Erfahrungen waren, dass ich Kontakt zu vielen Menschen hatte, alle waren freundlich zu mir und ich durfte viel machen. Nicht so gut fand ich das lange Stehen", zieht Sandra Bilanz. Christel Lorse und Ute Duppich, die mit ihren Fachkollegen Stefan Müsseler, Werner Fögen und Ulla Puchner die Schüler betreuen, verzeichnen für Sandras neuen Berufswunsch einen positiven Trend: Während sich in den vergangenen Jahren relativ wenige Schüler für den Einzelhandel interessiert hätten, seien es in diesem Jahr mehr geworden. Der Bereich Schreiner beziehungsweise Holzverarbeitung sei dagegen immer überlaufen gewesen, doch hier schwinde das Interesse.Beste Mappen werden prämiert

Das zweiwöchige Praktikum wird im Vorfeld gründlich angegangen: Jeder Schüler muss eine Mappe anlegen und es findet auch eine Nachbereitung statt. Zurzeit kämpfen sich die fünf Fachlehrer durch die teils sehr dicken, individuell und mit Freude gestalteten Ordner. Die besten sowie die originellsten werden prämiiert. Die Bandbreite der Firmen, die Praktika anboten, reichte von der Arztpraxis über ein Hotel bis zur KFZ-Werkstatt. Da sich die Schüler selbst ihren Praktikumsplatz aussuchen, gab es auch Schwierigkeiten. In einem Fall wurden die eigenen Fähigkeiten wohl falsch eingeschätzt, im anderen gab es nach einer Woche negative Kritik von Seiten des Arbeitgebers. Doch auch solche Erfahrungen sind wichtig, um sich früh genug neu orientieren zu können. Denn für die meisten Neuntklässler geht es im nächsten Sommer beruflich zur Sache: Bis dahin möchten alle eine passende Lehrstelle gefunden haben.