Der Graf von Daun

DAUN. Nur die wenigsten wissen, was sich hinter der den Straßennamen einer Stadt oder eines Dorfs verbirgt. In loser Folge wird im Rahmen der "Stadt-/Dorfgeschichte(n)" erläutert, wie Straßen zu ihrem Namen gekommen sind.

Im Sommer 1896 gab es auf Vorschlag des damaligen Landrates von Ehrenberg die ersten offiziellen Straßenbezeichnungen in Daun. Die bis dahin bestehenden Wegenamen wurden übernommen. Eine kleine und schmale Gasse wurde aufgelöst. Es war dies die "Kesselsgasse", die zwischen den Häusern früheres Schuhgeschäft Stritzke und Druckerei Schneider in der Lindenstraße zu dem Parkplatz hinter der heutigen Bäckereifiliale in der Wirichstraße führte. In dieser Gasse arbeitete Mitte des vergangenen Jahrhunderts der Kesselschmied Gödders. Die "Städterbrücke" wurde im Sommer 1895 von der Gemeinde Daun errichtet. Der Name ist dem Städterbrunnen entlehnt, der sich in der "Schweiz" befindet und dem mittelalterlichen Daun zur Wasserversorgung diente. Die Bezeichnung "Stadt" erinnert zudem noch an die einstige Stadtgründung unter dem Dauner Burgherren Ägidius, die auf Veranlassung des Trierer Kurfürsten Balduin dem Erdboden gleichgemacht wurde. Was verbirgt sich hinter der "Wirichstraße"? Wirich war ein Dauner Graf, der am 19. Oktober 1668 in Wien geboren wurde. Er war österreichischer Feldmarschall. Er siegte 1707 mit nur 8000 Mann bei Neapel und wurde zur Belohnung dort Vizekönig. 1719 wurde er Kommandant von Wien und später Statthalter der Niederlande. Graf Wirich, der Daun, die Stadt seiner Vorfahren, wahrscheinlich nie gesehen hat, starb am 30. Juli 1741 in Wien und wurde in der dortigen Augustinerkirche beerdigt. Sein Wappenbild hing in der alten Kirche. Es wurde aus der durch Bombenabwurf zerstörten Nikolauskirche gerettet und befindet sich heute im katholischen Pfarrhaus. Dessen Aufschrift lautet: "Wirich Philipp Lorentz des Heil. Römisch. Reichs Graff und Herr von und zu Daun Fürst zu Tian... Ritter des goldenen Vlises der Römisch. Kays. Cath. May..., Generalfeldmarschall Obrist Land- und Hauszeugmeister Obrister über ein Regiment zu Fus Querdi Obrister und Commandant der Kayserl. Residentz Statt Wienn". Dieses Wappenschild war stark beschädigt und wurde auf Veranlassung und Kosten des Dauner Eifelvereins restauriert.