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Eifeler Junglandwirt ist ein hohes Tier

Eifeler Junglandwirt ist ein hohes Tier

Christoph Daun aus Hörscheid ist Vizepräsident von Europas Nachwuchsbauern. Die Doppelbelastung, auf dem heimischem Betrieb zu arbeiten und in internationalen Konferenzen zu sitzen, ist nicht immer einfach.

Hörscheid Berlin, Brüssel, Helsinki - das sind nur einige Ziele, die Christoph Daun aus Hörscheid immer häufiger ansteuert. Nicht etwa, um sich bei Städtereisen zu vergnügen, seine Mission und Leidenschaft ist eine andere. Der 28-Jährige ist seit vergangenem Monat zusammen mit drei anderen Kandidaten (siehe Extra) zum Vizepräsidenten des Europäischen Rates der Junglandwirte gewählt worden. In diesem Gremium hat er nun ein gewaltiges Wörtchen mitzureden, wenn es um die Belange aller europäischen Junglandwirte geht.
"Ich bin als Europäer und Landwirt aufgewachsen und weiß, dass wir nur eine Chance auf dem globalen Markt haben, wenn die Europäische Union zusammensteht", sagt Christoph Daun.
Das Interesse an der Agrarpolitik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in der langen Tradition eines Milchviehbetriebs in Hörscheid, bewirtschaftet er diesen heute zusammen mit Vater und Bruder und lebt auch dort unter einem Dach mit den Eltern.
Angefangen hatte sein Engagement mit der Mitgliedschaft in der Landjugend im Kreisgebiet. Der nächste Schritt führte ihn zum Landjugendverband Rheinland-Nassau und schließlich zum Bund der Deutschen Landjugend (BDL), in dem er seit 2016 im Vorstand sitzt. Sein Eifer blieb hier nicht verborgen, so dass er als Delegierter für die Deutsche Landjugend zur CEJA nach Brüssel geschickt wurde. "Dort kam man auf mich zu und fragte, ob ich mich nicht als Kandidat zum Vizepräsidenten aufstellen lassen möchte", sagt Daun. Die Motivation war ohnehin da, und die Wahl zeigte im Ergebnis, dass er richtig lag und nun die Interessen der Junglandwirte aus derzeit 24 Ländern Europas vertreten kann. Sein oberstes Ziel: "Ich möchte gleiche Chancen für alle europäischen Landwirte schaffen und diese auch ausbauen", betont Daun. Er verweist hierbei unter anderem auf die Anforderungen der Bürokratie oder auch das Überalterungsproblem: "Die Höfe sollen früher an die Nachkommen abgegeben werden, damit diese die Chance haben, den Betrieb zu modernisieren oder anders zu gestalten." Eine weitere Herausforderung sieht Daun in der Realisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Zeit nach 2020, "die im Sinne der nächsten Generation erfolgen muss, und wir im CEJA Vorstand müssen alles tun, um die Anliegen der Junglandwirte dort fest zu verankern".
Aber wie lässt sich die Arbeit im BDL und CEJA, die ihm häufige Versammlungen und Reisen abverlangen, mit dem Betrieb in Hörscheid vereinbaren? Durch Unterstützung der Familie. "Wenn meine Eltern und mein Bruder mir nicht die Freiräume geben würden, wäre das nicht möglich", sagt Daun.Extra: EUROPAS JUNGLANDWIRTE

Eifeler Junglandwirt ist ein hohes Tier
Foto: (e_daun )


Dem Europäischen Rat der Junglandwirte (CEJA: Conseil Européen de Jeunes Agricultures) gehören Landjugenverbände aus 24 EU-Ländern an. Präsident ist der 25-jährige Belgier Jannes Maes. Neben Christoph Daun wurden auch Tomá{scaron} Ignác Fénix, Öko-Obstbauer aus Tschechien, Iris Bouwers, Acker- und Schweinebäuerin aus den Niederlanden, und Seán Finan, Rindviehhalter aus Irland, als Vizepräsidenten gewählt. Damit sind große, exportorientierte Landwirte ebenso vertreten wie mittelständische Betriebe, konventionelle Landwirte und Biobauern.