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Ein Bündnis unter Gleichen

FOTO: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Prüm. Der erste Schritt ist gemacht: Die Vertreterversammlung der Volksbank Eifel Mitte hat einer Fusion mit der Volksbank Bitburg zugestimmt. Schließen sich die Bitburger kommende Woche an, steht dem Bündnis nichts mehr im Weg. Frank Auffenberg

Prüm. Die Jahresbilanz 2015 ist hervorragend, die 15 139 Mitglieder der Volksbank Eifel Mitte bekommen wieder eine Dividende von 5,5 Prozent ausgezahlt. Doch wenn die genossenschaftliche Bank so gut da steht, warum sollte sie noch in diesem Jahr mit der Volksbank Bitburg fusionieren (der TV berichtete)? "Weil wir so auch in unruhigen Zeiten stark und sicher dastehen", sagt Vorstandsmitglied Michael Simonis und hat die Vertreterversammlung am Mittwochabend trotz einiger skeptischer Stimmen auf seiner Seite: Mit nur einer Gegenstimme beschließt man, dem Bündnis zuzustimmen.
Nicht jeder ist gleich überzeugt


"Ich gratuliere Ihnen zu dieser zukunftsweisenden Entscheidung. Es ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit", sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dieter Nahrings, nach der Abstimmung. Vorstandsmitglied Rainer Berlingen ist die Erleichterung über das deutliche Stimmergebnis ins Gesicht geschrieben, denn auch wenn sich 199 Vertreter für eine Fusion und nur eine Stimme gegen den Zusammenschluss aussprechen - die Überzeugungsarbeit war für ihn kein Spaziergang.
Vor der Stimmabgabe muss Berlingen nämlich skeptische Fragen beantworten. Bereits im ersten Tagesordnungspunkt, der Begrüßung durch Nahrings, fragt ein Vertreter nach, warum in allen Unterlagen stets nur von der Verschmelzung mit der Volksbank Bitburg gesprochen wird und nirgends der neue geplante Name Volksbank Eifel auftaucht.
Berlingen kann schnell für Aufklärung sorgen und erläutert, dass dies rein rechtliche Gründe habe. "Es ist irreführend, aber der Name Volksbank Eifel taucht erst mal nicht auf, weil zunächst die Übernahme durch die Volksbank Bitburg rechtlich sicher sein muss", sagt er. Im Genossenschaftsrecht sei vorgesehen, dass stets eine Bank die übernehmende sei. Erst wenn die Vertreterversammlung in Bitburg am Dienstag, 26. April, der Fusion ebenfalls zustimme, sei der Weg frei für den neuen Namen.
Genau genommen sei rechtlich erst mal von einer Übernahme zu sprechen - beim Eintrag ins Genossenschaftsregister könne dann schließlich der Name geändert werden. Es ist 19.20 Uhr: Zufriedene Gesichter im Saal, aber das Thema bewegt zwei Stunden später vor der Abstimmung trotzdem noch die Gemüter.
Ob die Verhandlungen denn wirklich auf Augenhöhe geführt wurden, der neue Name gesetzt sei und man sich nicht dem guten Willen der Bitburger ausliefere, lauten nur drei der angesprochenen Sorgen. Michael Simonis versichert:. "Natürlich liefern wir uns nicht aus. Nimmt Bitburg die neue, abgesprochene gemeinsame Satzung nicht an oder möchte Veränderungen, die uns nicht passen, haben wir ein Rücktrittsrecht." Eine Bank müsse halt die übernehmende sein.
Die Bank soll gewappnet sein


"Zum Beispiel blickten wir auf das Immobilienvermögen. Die übernehmende Bank muss Grunderwerbssteuer zahlen. Bitburg hat mehr, wären wir die Übernehmenden, hätten wir knapp eine Million Euro mehr zahlen müssen." Warum man in guten Zeiten fusioniere, liege auf der Hand: "Noch stehen wir gut da, aber die Zeiten ändern sich, und nach der Fusion wären wir deutlich stärker und bereit für die Zukunft." Übrigens garantiere die neue Bank ihren Angestellten, auf geschäftsbedingte Kündigungen bis 2018 zu verzichten - überzeugende Argumente.
Wie gut die Bank dasteht, zeigt Berlingen bei der Vorstellung der Jahresbilanz (siehe Grafik). Man habe an den Erfolg von 2014 anknüpfen und "erneut ein stabiles Wachstum verzeichnen" können. Die Bilanzsumme stieg um 2,8 Prozent auf knapp 605 Millionen Euro. Den Zuwachs bei den Kundeneinlagen um 11 Millionen Euro auf 464 Millionen Euro bezeichnet Berlingen als maßgeblich für das Wachstum der Bank.