Ein Unentschieden zum Auftakt

Ein Unentschieden zum Auftakt

Der Freundeskreis des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun hat gestern ein neues, komplett eingerichtetes Kleinspielfeld an die Schule und an den Vulkaneifelkreis als Schulträger übergeben. Insgesamt hat er rund 75 000 Euro in den Ausbau des Feldes investiert; das meiste Geld kommt von Sponsoren.

Daun. Ein paar Schüler köpfen immer wieder einen Fußball in Richtung Tor. Wer das Tor nicht trifft oder den Ball auf den Boden droppen lässt, muss zur Strafe ins Tor. Im Hintergrund spielt sich die Big Band des Thomas-Morus-Gymnasiums noch ein, während viele Schüler, Lehrer und Eltern zusammenstehen und miteinander reden. Nur der Pausengong macht deutlich, dass an diesem Freitagvormittag eigentlich Unterricht wäre und die Schüler in ihren Klassenzimmern sitzen müssten.
Aber dieser Freitag ist für Schulleiter Christoph Susewind ein besonderer Tag: "Kaum vorstellbar, dass hier, wo jetzt ein Sportfeld ist, vor sechs Monaten noch eine matschige Wiese war." Mit Hilfe der Schüler und Eltern sowie vieler Sponsoren sei etwas gelungen, wovon die Schule seit 2007 geträumt habe. Allerdings habe der Vulkankreis als Schulträger kein Geld gehabt, um das Vorhaben zu realisieren.
Die Lösung des Dilemmas war während einer Wanderung des Lehrerkollegiums vor einem Jahr gefunden worden.
Hubert Eiden, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises, war damals mit Eigenmitteln von 9000 Euro und der Idee, das Sportplatzgelände zu pachten, zur Kreisverwaltung gegangen.
"Nach einiger Diskussion wurde eine Lösung gefunden, wie sich dieses Projekt realisieren lässt", erzählt er. "Der Kreis hat die Wiese dem Freundeskreis überlassen, und wir durften dort das Kleinspielfeld draufbauen." Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, den Platz an die Kreisverwaltung zurückzugeben.
Hiervon profitieren nicht nur die Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums, sondern auch die Kinder aus Daun. Das Kleinspielfeld darf von ihnen außerhalb der Unterrichtszeit genutzt werden. Es ist damit der einzige öffentlich zugängliche Sportplatz in der Innenstadt. Ansonsten gibt es noch einen Bolzplatz auf dem Gelände des TuS Daun im Liesertal.
Das Kleinspielfeld samt Ballfangzaun haben 75 000 Euro gekostet. Für den Platz wurden 60 000 Euro aufgewendet. 30 000 Euro davon wurden aus Spenden finanziert, 18 000 Euro hat das Land aus seinem Bolzplatzprogramm zugeschossen, die restlichen 12 000 Euro waren Eigenleistungen und Eigenmittel des Vereins.
Die 15 000 Euro für den Ballfangzaun und die Sprunggrube sind dank Spenden von 8000 Euro, Eigenmitteln im Wert von 2000 Euro und einem Gewinn von 5000 Euro aus dem Wettbewerb "Team mit Stern" des Gerolsteiner Brunnens finanziert worden.
Schüler begeistert


"Das Projekt war auch für das Innenleben unserer Schule wichtig", sagt Susewind auf der Einweihungsfeier. An 22 Wochenenden hätten Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam an dem Sportplatz mitgebaut. Unter Anleitung von Kurt Rollmann hätten sie - laut Hermann Krämer-Eis, Sportlehrer am Thomas-Morus-Gymnasium, - gelernt, "ein Planum zu erstellen, Drainagerohre zu verlegen oder Randsteine zu setzen."
Eingeweiht wurde das Spielfeld durch die Tanzgruppe der Schule, die als Erstes offiziell den Platz nutzen darf. Anschließend spielen dann noch die Schüler der Schule gegen ihre Lehrer ein Volleyballmatch, das beim Stand von 1:1 nach Sätzen abgebrochen wird. "Ein gerechtes Unentschieden", meint Susewind.
Auch die Schüler sind vom Spiel und dem Platz begeistert. Die zwölfjährige Husan Ahmed-Khaled sagt stellvertretend für ihre Mitschüler: "Es ist schön, dass wir auf dem Platz spielen und unseren Spaß haben dürfen. Die Wiese vorher war wirklich nur grottig."