Es hakt mal wieder bei der Umgehung

Es hakt mal wieder bei der Umgehung

Vertagung nach zweieinhalbstündiger Diskussion samt Sitzungsunterbrechung: Der Hillesheimer Stadtrat hat der aktualisierten Planung für die 7,5 Millionen Euro teure Ortsumgehung Hillesheim noch nicht zugestimmt. Vor allem zum Thema Lärmschutz waren noch Fragen offen. Kurzzeitig stand sogar die Zustimmung zum gesamten Vorhaben auf der Kippe.

Hillesheim. "Jetzt kriegen die Gegner, die deutlich in der Unterzahl sind, auf einmal wieder ohne Grund Rückenwind. Ich kann das nicht verstehen. Wir stehen fünf vor zwölf und haben das Signal aus Mainz, dass unser Projekt weit oben steht. Noch. Hillesheim wird nur attraktiver, wenn wir den Schwerlastverkehr aus der Stadt rausbekommen." Mit einem eindringlichen Appell versuchte Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) den Stadtrat wieder auf Linie für die seit Jahren vom Rat geforderte Ortsumgehung zu bringen.
Denn zwischenzeitlich drohte sich während der Sitzung das Blatt zu wenden, schien aus Zustimmung zum mit 7,5 Millionen Euro geschätzten Großbauvorhaben (das das Land bauen und bezahlen würde) Ablehnung zu werden.
Weshalb genau, war zeitweise gar nicht so klar während der zweieinhalbstündigen Vorstellung der aktualisierten Planung samt ausgiebiger Diskussion (siehe Text unten).
Einige Mitglieder der Wählergruppe Handwerk und der Freien Wähler, die zusammen über zwölf von 20 Sitzen verfügen, stießen sich an Details: an den zum Teil bis zu sechs Meter hohen Lärmschutzwänden und daran, dass der Kreisverkehr aus Richtung Walsdorf nun näher an die Stadt rücken soll. Aber vor allem kritisierten sie, dass die nun präsentierte Detailplanung nicht mehr dem entspreche, was der Stadtrat 2007 im Rahmen der Festlegung auf die ortsnahe Trasse gewünscht hatte.
Noch Gesprächsbedarf


So sagte Hans-Walter Blankenheim (FWG): "Die neue Variante weicht meilenweit von unserem Beschluss von 2007 ab. Es gibt noch erheblichen Klärungsbedarf. Das kann man nicht einfach so durchdrücken. So geht das nicht." In die gleiche Kerbe schlug Harald Handwerk: "Die neue Planung überrascht uns. Hier geht es um eine Entscheidung von immenser Tragweite. Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Umgehung, sehen aber weiteren Gesprächsbedarf vor einer Entscheidung. Vor allem muss erörtert werden, welche anderen Möglichkeiten es gibt, als die Häuser einzumauern."
Andere Ratsmitglieder wiederum konnten die plötzlich aufkeimende Kritik nicht verstehen. Vor allem nicht, dass nun die gesamte Umgehung infrage gestellt wurde.
Nach der von der Wählergruppe Handwerk beantragten Sitzungsunterbrechung sprach sich der Stadtrat einstimmig für eine Vertagung aus.
Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein, der zuvor die neue Planung per Videopräsentation vorgestellt und zahlreiche Fragen beantwortet hatte, sagte daraufhin: "Wir geben Ihnen alle Zeit, die Sie brauchen. Und was das Aussehen der Lärmschutzwände angeht, sichere ich Ihnen unsere Unterstützung zu. Da gibt es viele gestalterische Möglichkeiten."

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