Europa macht vor Flüchtlingen dicht

Europa macht vor Flüchtlingen dicht

Seit Beginn der demokratischen Umwälzungen in Nordafrika haben mehr als 2000 Menschen ihr Leben bei der Flucht über das Mittelmeer verloren. Darüber hat Siggi Pick, Ausländerpfarrer und Sprecher des Arbeitskreises Asyl Rheinland-Pfalz, in Daun referiert.

Daun. Zu dem Vortrag unter dem Titel "Festung Europa" hatte das Forum Eine Welt nach Daun eingeladen. Seit sechs Jahren verfolge die EU - unter Missachtung der Genfer Flüchtlingskonvention - mit der Agentur zum Schutz der EU-Außengrenzen (Frontex) eine militärische Abwehrstrategie gegen die wachsende Zahl von Immigranten - so Pfarrer Pick: Mit Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern versuche sie, Flüchtlinge von der EU fernzuhalten, wobei auch der Tod vieler Menschen in Kauf genommen werde. "Europa macht dicht", meinte Pick resignierend, "und viele schauen weg."
Nach dem Vortrag entstand eine rege Diskussion darüber, welche Alternativen es gebe. Eine völlig freie Einreise nach Europa - das war der allgemeine Tenor - sei kaum realistisch. Um aber die Verhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern, seien ein Wandel der weltwirtschaftlichen Beziehungen und ein Ende der neoliberalen Globalisierung nötig. Als eine kurzfristig wirksame Maßnahme schlug Pick vor, gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingskommissar für die besonders Schutzbedürftigen ein Programm der Neuansiedlung in Europa zu realisieren. Als Schritte in die richtige Richtung nannte Pick die Entscheidungen der neuen Landesregierung, das Ausreisezentrum in Trier zu schließen und die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz auf das ganze Land zu erweitern. red