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Landwirtschaft: Keine guten Aussichten für die Landwirte

Landwirtschaft : Keine guten Aussichten für die Landwirte

Bei der Delegiertentagung des Kreisbauernverbands Daun wird Bilanz gezogen und vorausgeschaut.

Was für viele „Normalbürger“ ein toller und langer Sommer war, brachte den Landwirten auch im Kreis Vulkaneifel viele Probleme. Denn 2018 war ein fast schon dramatisches Jahr mit viel Trockenheit und Hitze die zu Ernteausfällen führte. Im Grünland gab es teils massive Ertragsdefizite bei Silage und Heu, was bei manchem Landwirt mit Viehzuchtbetrieb Zukäufe von Futter notwendig machte.

Bei der Delegiertentagung des Kreisverbands Daun des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau wurde Bilanz gezogen. Landwirt Werner Schumacher aus Brücktal zeigt sich trotz des trockenen Sommers zufrieden. Er hat einen Reiterhof als festen Abnehmer. „Die Heu- und Silageernte waren gut, lediglich der zweite Schnitt ist komplett ausgefallen. Insgesamt hatte ich nicht weniger Ertrag, ich bin zufrieden“.

Den Haupterwerbsbetrieb von Hermann-Josef Mindermann aus Nohn hat die Hitze hingegen ordentlich getroffen. „Es gab weniger Futter für die Kühe. Bei der Grassilage war es nur die Hälfte, beim Heu hatte ich gar nichts. Die Getreideernte dagegen war gut. Wir haben deshalb frühzeitig nachgekauft. Ich bin aber deshalb auf der sicheren Seite bezüglich der Fütterung. Aber weil die Grundfutterqualitäten schlechter sind, wird es zum Frühjahr auch weniger Milch geben, das wird sich auswirken. Die Folge für mich sind Einkommensverluste“.

Wichtigste Einnahmequelle für die meisten Landwirte in der Region ist der Milchverkauf, und für diesen Bereich gibt es keine guten Nachrichten. „Es wird noch schlimmer. Es wurde uns schon signalisiert, dass die Milchpreise wieder sinken werden und sich wohl bei 30 Cent pro Liter bewegen werden“, sagt Marco Weber, Vorsitzender des Bauernverbands Daun.

Er sieht die Lage für die Landwirte grundsätzlich im Moment pessimistisch. „Für die Bauern ist die Lage auf den Agrarmärkten zur Zeit schlecht, weil es keine zufrieden stellende Erlöse für sie gibt. Auf der Ausgabenseite gibt es dagegen allerdings massive Erhöhungen für die Landwirte. Diesel ist teurer geworden, und oft muss Futter dazu gekauft werden, um die Futtermittelknappheit zu überbrücken“.

Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland- Nassau, prangerte den Protektionismus auf den Märkten an. „Die Märkte spielen verrückt, es könnte alles noch viel schwieriger werden. Insgesamt sind wir in diesem Jahr noch mit einem blauen Auge weg gekommen“, sagt er.

Was die Viehhalter im Kreis in nächster Zeit noch bewegen könnte, ist die Tierseuche Blauzungenkrankheit, die wieder akut ist.

Kreisveterinär Eduard Hettisch informierte die Landwirte über das Thema: „Es werden Restriktionen für den Verkauf von Tieren kommen und es werden Impfungen notwendig werden“.