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Nohner Frauen stricken Wolldecken für den guten Zweck

Benefiz-Aktion : Wolldecken-Aktion für einen guten Zweck

Die Frauengemeinschaft Nohn hat mit dem Café „Nohner Mühle“ einen neuen Absatzmarkt für ihre selbstgestrickten, bunten Wolldecken gefunden. Die Inhaberin Martha Reif-Kändler unterstützt den wohltätigen Zweck und bietet die Decken den Cafébesuchern zum Verkauf an.

Wer zu den Scharen gehört, die seit jeher und besonders seit Beginn der Pandemie aus Richtung Nohn zum Wasserfall wandern, kommt an Martha Reif-Kändlers Café und Seminarhaus „Nohner Mühle“ vorbei. Dann kann man sich an dem zum Wanderweg gelegenen Fensterchen ein Eis am Stiel kaufen. Oder einkehren und sich an einem der Tische in dem idyllischen Innenhof oder der urigen Stube mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen - oder was sonst noch auf der Karte steht - bewirten lassen.

 Darüber hinaus hat Martha Reif-Kändler neuerdings besondere Unikate im Angebot. Wolldecken nämlich, für die Mitglieder der Frauengemeinschaft Nohn und weitere Frauen bunte Quadrate stricken, die dann zusammengefügt werden. Und zwar seit mehr als vier Jahrzehnten (siehe Info). Als aber im vorigen Jahr coronabedingt der Absatz der Decken zurückging, weil zum Beispiel keine Basare stattfinden konnten, wandte sich Hildegard Dreymüller, die Vorsitzende der Frauengemeinschaft, an die Inhaberin der „Nohner Mühle“.

 Auf einen Versuch käme es an, meinte damals Martha Reif-Kändler. Und erlebt seither eine Überraschung nach der anderen. Ihre erste Kundin sei ihre Schwiegertochter gewesen, die inzwischen an die zwei Dutzend Decken gekauft und sie verschenkt oder in der eigenen Verwendung habe, erzählt sie.  „Auch die Cafébesucher decken sich gut ein“, erklärt die 69-Jährige mit einem Augenzwinkern. Allein in dem kurzen Zeitraum seit der Wiedereröffnung des Cafés Ende Mai seien neun Decken gekauft worden. 30 Euro kostet ein Exemplar. Das Geld gibt Martha Reif-Kändler komplett weiter an Hildegard Dreymüller, die es wiederum ohne einen Cent Abzug dem Arzt Remy Rousselot zugunsten der Patienten seiner Lepraklinik in Ostindien zukommen lässt oder dem in Gerolstein beheimateten Verein „Eifellicht“ für Hilfsprojekte in Mittel- und Osteuropa.

  „Es gibt mehrere gute Gründe, die Wolldecken-Aktion zu unterstützen“, meint Martha Reif-Kändler. „Sie sind so schön bunt“, schwärmt sie. Zudem seien die Strickerinnen froh, dass sie ihre sinnvolle Tätigkeit weiterhin ausüben könnten. Und der Erlös fließe in humanitäre Hilfe. Daher werde sie diese besondere „Geschäftsbeziehung“ auch in Zukunft sehr gerne weiterführen. „Ich freue mich über jede Decke, die ich an den Mann oder die Frau bringe“, sagt sie.

 Martha Reif-Kändler unterstützt einen guten Zweck, indem sie in ihrem Café „Nohner Mühle“ die selbstgestrickten bunten Wolldecken der Frauengemeinschaft zum Kauf anbietet.
Martha Reif-Kändler unterstützt einen guten Zweck, indem sie in ihrem Café „Nohner Mühle“ die selbstgestrickten bunten Wolldecken der Frauengemeinschaft zum Kauf anbietet. Foto: Brigitte Bettscheider

 Martha Reif-Kändler stammt aus Cochem. Sie hatte die „Nohner Mühle“ 1996 erworben. Seither wohnt sie hier, hat die ehemalige Scheune in ein Seminarhaus umgewandelt, das hauptsächlich von Frauengruppen gebucht wird, und betreibt das Café. Auch wenn die Mühle abseits vom Dorf steht – die Menschen lägen ihr am Herzen, betont sie. Deshalb werde es ab Juli auch wieder jeden zweiten Freitag ab 18 Uhr den „Nohner Abend“ geben. Extra für die Menschen ihres Wahlheimatdorfes, die dann im Innenhof gesellig beieinander sein können und vielleicht auch wieder das ein oder andere Ständchen des Musikvereins (MV) Nohn zu hören bekommen. Denn der MV probt coronabedingt zuweilen ganz in der Nähe, auf einer Wiese am Ahbach.