Pitter

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Streich der Bürger der Gemeinde Schilda. Als die heute immer noch gern zitierten Schildbürger ein neues, pompöses Rathaus bauen, vergisst der Architekt die Fenster, im Gebäude ist es stockfinster.

Daraufhin versuchen die Schildbürger, mit Eimern das Sonnenlicht einzufangen und ins Innere zu tragen, was allerdings fehlschlägt. Was den einen Schilda, sind uns Vulkaneifeler die Wiesbaumer. Sie haben wiederholt bewiesen, warum sie die Schildbürger der Eifel genannt werden und für ihre "Wisber Streech" beziehungsweise "Wisber Sprüng" in die Eifelliteratur eingingen. Ihr Einfallsreichtum und ihre Logik waren unübertroffen. Sagenhaft sind zum Beispiel die Versuche, von einem Fremden gegen gute Kost Eselseier ausbrüten zu lassen oder auf einem Feld Stiere auszusäen. Böse Zungen (nein, keine aus Daun) behaupten nun, dass auch Gerolstein in der Champions League der Schildbürger-Gemeinden mitspielt. Der Beitrag der Stadt: der "Jirrelsteener Streech" namens Rondellbrunnen-Projekt. Nach der mysteriösen Beseitigung des vorhandenen Brunnens wurde ein neuer Entwurf (Röhrenbrunnen) wegen Nichtgefallens bei der Bevölkerung zurückgegeben - bezahlt werden muss er aber trotzdem. Glückliches Gerolstein, was bist du reich - an Brunnen. Drei besitzt die Stadt mittlerweile; der Platz vor dem Rondell wird derzeit freundlicherweise von einer überdimensionierten Eistüte frei gehalten. Schildbürgerstreich? Nicht in Gerolstein! Vielmehr soll es sich um eine geschickt eingefädelte Aktion der Stadt handeln (behaupten wohlmeinende Zungen). Denn nun verfügt Gerolstein über reichlich Brunnen, könnte damit, irgendwann, nicht nur den Rondellplatz, sondern auch den Bahnhofsvorplatz und das Plätzchen beim ehemaligen Haus Dehren oder den nahen Parkplatz mit einem Brunnen aufwerten. Es lebe die Weitsicht und der ausgesprochen hohe Kunstsinn der Brunnenstädter! Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne