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Stadt Gerolstein nimmt Rondellkomplex unter die Lupe - Kosten noch unklar

Stadt Gerolstein nimmt Rondellkomplex unter die Lupe - Kosten noch unklar

Der fast 30 Jahre alte Rondellkomplex samt Stadthalle in Gerolstein ist in die Jahre gekommen. Die Stadt hat nun eine Untersuchung in Auftrag geben, die zeigen soll, wie hoch der Sanierungsbedarf ist. Es wird mit immensen Kosten gerechnet.

Lange Zeit war es der Aufzug, dann wiederum die Außentreppe, mal sind es die Fliesen in den Toiletten, mal die Böden: Seit Jahren wird am und im Rondellkomplex in Gerolstein, der im Frühjahr 1989 nach mehrjähriger Bauzeit fertiggestellt und bezogen wurde, geflickt und ausgebessert.

Um zu erfahren, wo überall es Schadstellen gibt und was genau erneuert werden muss, hat die Stadt nun einen Architekten und einen Energieberater beauftragt, den genauen Sanierungsbedarf zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Bauausschusssitzung kommende Woche präsentiert werden.

Welche Kosten entstehen, ist noch unklar. Klar ist hingegen deren Übernahme: Handelt es sich um rein städtisches Eigentum wie die gesamte mittlere Ebene mit Stadthalle und Gastronomiebereich, trägt die Stadt alleine die Kosten. Ist sogenanntes Gemeinschaftseigentum, wie etwa die Rondellpassage, betroffen, dann teilen es sich die Eigentümer entsprechend der Größe ihrer Einheiten die Kosten.

"Im Prinzip gibt es an allen Ecken und Kanten Sanierungsbedarf: Die Fliesen fallen von den Wänden, das Parkett löst sich", sagt der Erste Stadtbeigeordnete Klaus Jansen (CDU), der Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) urlaubsbedingt vertritt. Und er sollte es wissen, schließlich hatte er lange Jahre als Bauamtsleiter mit dem Gebäudekomplex zu tun.

Seiner Einschätzung nach muss erstens die Bausubstanz stellenweise erneuert werden, zweitens sei eine energetische Sanierung des in die Jahre gekommen Gebäudes in Betracht zu ziehen.
"Auf jeden Fall muss die Küche erneuert werden: Die bisherige Vollausstattung ist alt und entspricht nicht mehr den Bedürfnissen. Was wir brauchen, ist eine Aufwärmküche mit Spülmaschine", sagt Jansen. Ob es dadurch allerdings nach jahrelangem erfolglosen Bemühen gelingt, die Gastronomie im Rondell wieder zu verpachten, vermochte der Stadtbeigeordnete auch nicht zu sagen.

Die Bemühungen, einen neuen Pächter zu finden, sollen allerdings nochmals forciert werden. "Ich denke, es wird auf einen Caterer hinauslaufen. Wir werden die geplanten Investitionen mit ihm abstimmen und nichts ins Blaue hinein planen", kündigt Jansen an.Extra

Mit den Worten "Das können wir uns meiner Meinung nach nicht leisten" erteilt der Erste Stadtbeigeordnete Klaus Jansen (CDU) allen Überlegungen eine Absage, die Stadthalle im Rondell aufzugeben und an anderer Stelle eine neue Stadthalle zu bauen - beispielsweise auf dem frei werdenden Gelände des Gerolsteiner Brunnens. Das war in der Stadt immer mal wieder diskutiert worden. Hintergrund ist: In der Stadthalle, deren Bau damals laut jansen 2,5 Millionen Mark gekostet hat, ist es wegen der niedrigen Decke oft sehr heiß und stickig, zudem können wegen der geringen Höhe und Größe der Bühne dort weder große Ensembles noch Tanzgruppen auftreten. "Wegen einer Handvoll Veranstaltungen, die dort nicht stattfinden können, können wir keine neue Stadthalle bauen, sagt Jansen. Zudem gebe es ja auch noch den Lokschuppen als Konzerthalle. mh