Die Winzer strahlen

Wein, Spießbraten, Eifel-Brände: Das Land Rheinland-Pfalz präsentiert seine Vorzüge und regionalen Spezialitäten bei der 74. Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die größte Verbrauchermesse der Welt wurde am Freitag eröffnet und dauert noch bis zum 25. Januar.

Berlin. Bernhard Bares strahlt. Stolz führt der Spezialist für edle Eifel-Brände aus Trimport Weinbau- und Agrarminister Hendrik Hering seine eigens aufgebaute Destillieranlage und seine Köstlichkeiten vor. "Schauen Sie mal, die Kanzlerin und der Bundespräsident waren auch schon hier", sagt Bares und zeigt einen Fernseher, auf dem Fotos zu sehen sind.

Minister will die Stärke der Regionen anpreisen



Der Besucher aus Mainz zieht mit dem Ziel durch die Messehallen, "den Gästen Appetit auf unser Land zu machen". Aber auch ihm wird kräftig eingeschenkt. Nicht nur den Hochprozentigen bei Bares soll er probieren, sondern auch die guten Tropfen der heimischen Winzer. Ströme von Menschen wälzen sich an den Ständen vorbei. Überall duftet es. Hier nach Thüringer Rostbratwurst, dort nach Kieler Krabben. "Es herrscht von morgens bis abends Action", erzählt Peter Terges mit einem breiten Grinsen. Der umtriebige Winzer aus Trier-Olewig, seit 27 Jahren ständiger Gast bei der Grünen Woche, legt in verblüffender Offenheit dar, um was es eigentlich geht: "Am Ende muss die Kasse stimmen." Das sehen seine Kollegen aus der Region Trier, die Winzer Jürgen Dostert (Nittel) und Erwin Sauerwein (Palzem) sowie das Weingut Lenz-Dahm (Pünderich), ähnlich. "Viele Leute, gute Geschäfte", sagt Sauerwein, der einen der größten Familienbetriebe an der Obermosel hat, kurz und knackig. Das Land lässt sich den Messeauftritt rund 160 000 Euro kosten. "Das verschlingt einen erheblichen Teil unseres Werbebudgets", erläutert Minister Hering zurückhaltend. Man ist vorsichtig geworden, seit es sich die CDU zur Angewohnheit gemacht hat, solche Kampagnen als "Selbstdarstellung" der Landesregierung anzuprangern.

Angesichts der Besucherscharen mit rund 400 000 Menschen sei das gut angelegtes Geld, findet Standleiter Willi Maier. Er ist seit 30 Jahren dabei, hat schon sieben Minister kommen und gehen sehen. Und wie waren sie so? "Alle nett", sagt er und lächelt verschmitzt. Derweil prostet ihm der Eifeler Landtagsabgeordnete Michael Billen mit seinem Bitburger Pils zu.

Die "Stärke der Regionen" will Minister Hering anpreisen. Weintechnisch sind alle Anbaugebiete vertreten, vom Mosel-Riesling über pfälzischen Weißburgunder bis zum Spätburgunder von Ahr und Nahe.

Ganz nah an der Ziel-Kundschaft



Für den Abend hat sich das Ministerium etwas Besonderes einfallen lassen: Im Szene-Club "40seconds", der im achten Stock eine traumhafte Sicht auf Berlin erlaubt, präsentieren junge Winzer des Landes vor der Creme de la Creme Berliner Industrieller und Kaufleute junge Weine. Winzer Matthias Greif aus Tawern-Fellerich bekennt, er sei "extrem stolz" darüber, einem solchen Publikum ausschenken zu dürfen.

"Das ist genau unsere Ziel-Kundschaft", frohlockt auch die ehemalige Mosel-Weinkönigin Katja Fehres aus Brauneberg.