Lockruf des Geldes

LUXEMBURG. (red) In Luxemburg soll im kommenden Jahr mit der Einführung der Quellensteuer die Vermögenssteuer abgeschafft werden. Das Großherzogtum wird damit für Vermögende zum lukrativen Wohnsitz.

"Unser Ziel ist es, aus Luxemburg ein Land zu machen, in dem Sparen gefördert wird", sagte der luxemburgische Budgetminister Luc Frieden der belgischen Wirtschaftszeitung "L'Echo". Das Großherzogtum hat für den Staatshaushalt 2005 Einnahmen aus der Vermögenssteuer von rund 100 Millionen Euro veranschlagt. 2004 hatte der Staat 133,5 Millionen Euro Vermögenssteuer kassiert. Kompensiert werden sollen die Mindereinnahmen aus der Quellensteuer. Vermögenssteuer muss in Luxemburg jede Einwohnerin und jeder Einwohner zahlen, der auf seine Anlagen jährlich eine Rendite von mehr als 1500 Euro erzielt. Wer die höchste Einkommensteuerrate von 38 Prozent zahlt, muss dann noch einmal 38 Prozent Vermögenssteuer auf seine Anlagegewinne zahlen. Diese Vermögenssteuer soll nun abgeschafft werden. Demgegenüber wird die Quellensteuer ab 2006 in Luxemburg eingeführt: Zinseinkünfte werden mit zehn Prozent besteuert. Luxemburg erhofft sich aus der Steuer Einnahmen von rund 40 Millionen Euro jährlich. Das neue Steuerpaket - Abschaffung der Vermögenssteuer, Einführung der Quellensteuer - soll vor allem Wohlhabende nach Luxemburg locken, wie das luxemburgische Tageblatt schreibt: "Dabei handelt es sich um aktive Unternehmer und sehr reiche Personen." Die Betroffenen müssten nachweisen können, "dass Luxemburg den Mittelpunkt ihres Lebens darstellt". Die Familie müsse beispielsweise in Luxemburg angemeldet sein. "In der Praxis bedeutet das, dass sie wenigstens 183 Tage des Jahres in Luxemburg verbringen", sagt Experte Claude Zimmer von BDO Compagnie Fiduciaire (Treuhandgesellschaft).