Lufthansa steigt aus

Der deutsche Luftfahrtkonzern Lufthansa will nicht mehr an der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair beteiligt sein. Gleichzeitig kündigt Lufthansa an, mehr Flüge von Luxemburg anbieten zu wollen.

Luxemburg. Anfang der Woche hat Luxair Post bekommen von Lufthansa. Darin sei mitgeteilt worden, dass die deutsche Fluggesellschaft ab Herbst von Luxemburg nach Frankfurt und künftig öfter als bisher nach München fliegen will, sagt Luxair-Sprecher Jean Lasar auf Anfrage unserer Zeitung. Gleichzeitig hat die deutsche Fluggesellschaft angekündigt, ihre bislang 13-prozentige Beteiligung an Luxair aufzugeben.
Bislang fliegt nur Luxair von Luxemburg nach Frankfurt, und zwar vier Mal am Tag. Drei Luxair-Flüge gehen täglich von und nach München. Zusätzlich fliegt Lufthansa seit 2010 zwei Mal am Tag in die bayerische Landeshauptstadt. Trotz dieser Konkurrenz verzeichne Luxair seit Jahren einen Passagierzuwachs auf dieser Strecke, sagt Lasar. Daher sehe man für diese Verbindung die wachsende Konkurrenz eher gelassen. Anders sieht es auf der Strecke von Luxemburg nach Frankfurt aus. Dort werde man Lufthansa wohl das Feld überlassen, sagt der Luxair-Sprecher. Auf Kurzstrecken wie diesen rechne sich Konkurrenz nicht.
Allerdings wird es wohl so sein, dass Lufthansa von Luxair sowohl Flugzeug als auch Crew für die Frankfurt-Flüge "mietet". Das heißt: Passagiere würden zunächst gar nicht merken, dass sie mit Lufthansa fliegen. Allerdings wäre der Flug als ein Lufthansa-Flug etwa auf den Anzeigetafeln und auf den Tickets ausgewiesen. Die Einnahmen aus den verkauften Tickets gehen auch an Lufthansa.
Wer übernimmt Anteile?


Luxair könne die Entscheidung von Lufthansa verstehen, künftig auch Flüge von Luxemburg zu ihrem Drehkreuz nach Frankfurt anzubieten und die Zahl der Verbindungen nach München zu erhöhen, sagt Unternehmenssprecher Lasar. Damit könne die Gesellschaft ihren Kunden bessere Angebote für Weiterflüge ab Frankfurt oder ab München machen. Keinen Kommentar hingegen gibt es von Luxair zum Ausstieg von Lufthansa aus der luxemburgischen Fluggesellschaft.
Anfang der Woche ist der Luxemburger Verkehrsminister François Bausch von dem deutschen Konzern darüber informiert worden. Lufthansa hat entsprechende Pläne mittlerweile bestätigt. Begründet wird der Ausstieg damit, dass das Unternehmen Beteiligungen in Firmen aufgeben will, in denen es keinen wirklichen Einfluss habe. Unklar ist derzeit, wer die Lufthansa-Anteile bei Luxair übernimmt.
Als vor drei Jahren das Schweizer Luftfahrt- und Logistikunternehmen Panalpina seinen zwölfprozentigen Anteil an Luxair verkauft hatte, übernahm der luxemburgische Staat diesen. Damit stieg die Staatsbeteiligung an Luxair auf derzeit 39,05 Prozent. Allerdings hält auch die staatliche Sparkasse BCEE 21,81 Prozent, so dass der tatsächliche Staatsanteil an Luxair bei 60,86 Prozent liegt.
Würde der Staat nun auch noch die Lufthansa-Anteile übernehmen, wäre er neben der Banque International und Luxair alleiniger Inhaber der dann endgültig staatlichen Fluggesellschaft. Die Luxair-Gruppe hatte im vergangenen Jahr knapp zehn Millionen Euro Gewinn gemacht. Defizitär ist allerdings weiter die Fluggesellschaft. Luxair hat mit den Linienflügen ein Minus von 8,4 Millionen Euro gemacht.