Von "Aerzten und Autoritäten" empfohlen

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In diesem Jahr feiert der Gerolsteiner Brunnen sein 125-jähriges Bestehen. Das Unternehmen hat eine bewegte Geschichte mit vielen Erfolgen und Herausforderungen. Das Jubiläum feiert Gerolsteiner mit der Sonderedition einer Perlenflasche von 1974, einem Jubiläumsbuch und einer internen Feier.

Gerolstein. Die Gründung des Gerolsteiner Brunnens 1888 geht nach den Quellen auf einen Zufall zurück. Beim Bohren nach natürlicher Kohlensäure stieß Wilhelm Castendyck aus Gerolstein ein Jahr zuvor in Gerolstein auf eine Mineralquelle. Statt natürlicher Kohlensäure schoss eine 30 bis 40 Meter hohe Mineralwasser-Fontäne in den Himmel.
Logo schon im Gründungsjahr


Castendyck ließ das Wasser von Professor Carl Remigius Fresenius untersuchen, und der bescheinigte der Flüssigkeit eine hohe Qualität. Der Aufstieg von Fresenius ist ähnlich spektakulär wie der des Gerolsteiner Brunnens. Carl Remigius Fresenius gründete das bekannte Fresenius-Institut. Für den Mineralwasserkonzern legte Castendyck 1888 den Grundstein, indem er den Gerolsteiner Brunnen als Unternehmen aufbaute. Schon im Gründungsjahr entwarf er das Logo mit dem achteckigen roten Stern und dem schwarzen Löwen des Gerolsteiner Stadtwappens. "Nur echt mit dem Stern" und "Von Aerzten und Autoritäten empfohlen als vorzügliches Mittel gegen Sodbrennen, Magen- und Nierenleiden", warb das Unternehmen in Zeitungsanzeigen im 19. Jahrhundert. Die Qualität der Mineralwasserquellen in der Vulkaneifel ist der größte Wert des Konzerns. "Die Mineralisierung und der harmonische Geschmack sind für unsere Markenkommunikation auch heute das zentrale Thema", sagt Axel Dahm, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gerolsteiner Brunnens.
Schon früh erkannte Gerolsteiner die Bedeutung ausländischer Märkte. 1899 nahm der Betrieb an internationalen Messen in Antwerpen, Nizza, London und Chicago teil. Ab 1890 lieferte Gerolsteiner seine Produkte in die USA, ab 1895 sogar nach Australien. Heute ist Asien, insbesondere Japan, wichtigste Exportregion, daneben aber immer noch die USA und die Beneluxstaaten.
Der Aufstieg des Mineralwasserkonzerns verlief aber nicht linear. Die beiden Weltkriege stellten für den Gerolsteiner Brunnen bedrohliche Existenzkrisen dar. Erst 1928 sind nach dem Ersten Weltkrieg wieder Lieferungen in die USA möglich. Auf dem deutschen Markt schafft es Gerolsteiner 1939 unter die größten zehn Mineralwasserbetriebe, doch 1944 zerstören Bomben das Werk vollständig.
Nach dem mühsamen Wiederaufbau schafft es der Gerolsteiner Brunnen 1959 an die Spitze der deutschen Mineralbrunnen. Diese Führung behauptet das Unternehmen aus der Vulkaneifel - mit kurzen Unterbrechungen in den 1970er und 1980er Jahren - bis heute.
In der Branche sorgte Gerolsteiner mit seinen Verpackungsinnovationen für Furore. Impulsgeber war das Unternehmen bei der Einführung der 1-Liter-Pet-Mehrwegflasche, und 2010 kam eine 1-Liter-Mehrwegglasflasche erfolgreich auf den Markt.
Mit Produktinnovationen und Investitionen in die Technik sieht sich Gerolsteiner für die Zukunft gerüstet. Der Gerolsteiner Brunnen hat 740 Mitarbeiter und 44 Azubis. Ins Jubiläumsjahr geht das Unternehmen gestärkt - 2012 war ein gutes Geschäftsjahr: Der Absatz kletterte auf 6,2 Millionen Hektoliter, der Gesamt-Nettowarenumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 212,75 Millionen Euro, und beim Marktanteil unter den Mineralwassern ab 0,40 Euro legte Gerolsteiner auf 17,1 Prozent (+0,2) zu.
Zum Geburtstag der Marke ist in diesem Jahr unter anderem eine Sonderedition der Glas-Perlenflasche im Design des Jahres 1974 geplant. Darüber hinaus hat Gerolsteiner die Markengeschichte in Buchform aufgelegt, mit Interviews von Zeitzeugen und bisher unveröffentlichten Fotos.Extra

1888 Bergwerksdirektor und Geologe Wilhelm Castendyck stößt in Gerolstein beim Bohren nach Kohlensäure auf eine Mineralquelle. Er gründet das Unternehmen Gerolsteiner Sprudel. 1893 Die Produktion überschreitet die Grenze von einer Million Füllungen im Jahr. 1900 Umstellung von der Abfüllung in Tonkrüge auf Glasflaschen. Der Absatz des Gerolsteiner Brunnens beträgt 3,2 Millionen Füllungen pro Jahr. 1939 Mit 15,6 Millionen Füllungen gehört Gerolsteiner zu den führenden zehn Unternehmen der deutschen Brunnenindustrie. 1944 Luftangriffe zerstören das Gerolsteiner Werk. 1946 Bis Ende des Jahres werden bereits wieder 900 000 Flaschen gefüllt. Gebäude und Anlagen werden bis 1948 wiederaufgebaut. 1959 Mit mehr als 43 Millionen Füllungen jährlich erreicht Gerolsteiner Sprudel erstmals Platz 1 unter den deutschen Mineralbrunnen. 1987 Gerolsteiner Stille Quelle (seit 2008 Gerolsteiner Medium) wird eingeführt. 1991 Einweihung des neuen Betriebs am Vulkanring im Gewerbegebiet Gerolstein. 1992 Einführung des Gerolsteiner Gourmet-Gebindes für die Gastronomie. 1998 Gerolsteiner bringt als erster deutscher Brunnen Mineralwasser in 1-Liter-Pet-Mehrwegflaschen auf den Markt. 2003 Einführung des stillen Mineralwassers Gerolsteiner Naturell. 2005 Das natürliche Erfrischungsgetränks Gerolsteiner Fit kommt als Neuheit auf den Markt. 2006 Gerolsteiner bietet seine Produkte auch in Pet-Einwegflaschen an; neu im Produktportfolio ist die Wellnessgetränke-Reihe Gerolsteiner Moment. 2007 die Produktlinie Gerolsteiner Linée erweitert das Angebot. 2010 Gerolsteiner führt eine neue 1-Liter-Glasmehrwegflasche ein. 2012 Einführung der Gerolsteiner Limonaden mit den beiden Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone. 2013 Markenjubiläum: 125 Jahre Gerolsteiner. hw